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Beschäftigung Winter zeigt am Arbeitsmarkt nur geringe Spuren

31.01.2012 ·  Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar zwar über die 3-Millionen-Marke gestiegen, der Arbeitsagentur zufolge hat dies aber „rein jahreszeitliche Gründe“. Verglichen mit dem Vorjahresmonat fallen die Zahlen sehr gut aus.

Von Sven Astheimer
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Trotz Schuldenkrise, Währungssorgen in Europa und Abkühlung der Konjunktur: Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich auch im Januar gut entwickelt. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte, stieg zwar die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 300.000 auf 3,08 Millionen. Dies war jedoch der niedrigste Wert zum Jahresauftakt seit mehr als 20 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr lag er um 264.000 niedriger. Die Quote nahm um 0,7 Punkte auf 7,3 Prozent zu. Damit hebt sich die Situation in Deutschland positiv von der Lage in den meisten anderen großen europäischen Ländern ab.

„Rein jahreszeitliche Gründe“

„Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein jahreszeitliche Gründe“, sagte Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsagentur (BA), während der Vorstellung der Monatsbilanz in Nürnberg. Üblicherweise baue etwa der Einzelhandel nach dem Weihnachtsgeschäft Beschäftigung ab. Auch die Außenberufe träten im Winter kürzer. Angesichts des aktuellen Kälteeinbruchs könnte etwa am Bau, der bislang die Konjunktur stützte, die Arbeitslosigkeit im Februar spürbar zunehmen. Dazu kommen Konjunkturrisiken aus dem Euroraum, die den deutschen Arbeitsmarkt bedrohen.

Gute Beschäftigungschancen

Trotz des leichten Anstiegs im Winter sehen weder BA-Chef Weise noch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) Hinweise auf eine Trendwende in Deutschland. Dafür spricht, dass sich um jahreszeitliche Sondereinflüsse bereinigt sogar ein deutlicher Rückgang um 34.000 Arbeitslose ergibt. Die Behörde weist allerdings darauf hin, dass die Zahl aufgrund des milden Winters um rund 10.000 überzeichnet sei.

Arbeitsmarktzahlen: Mehr Menschen arbeitslos

Die Arbeitsagentur hält an ihrer Prognose von knapp unter 3 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschntt fest. Denn auch alle anderen Indikatoren deuten auf gute Beschäftigungschancen hin. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im Dezember auf fast 41,5 Millionen geklettert. Die Gruppe der abhängig Beschäftigten ist im Oktober auf rund 29 Millionen gewachsen.

Stellenindex der Arbeitsagentur auf Rekordhoch

Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt hoch. Der Stellenindex der Arbeitsagentur erreichte im Dezember ein Rekordhoch. Zudem revidierte sie ihre Statistik zur Langzeitarbeitslosigkeit. Nachdem die Daten von Kommunen, welche die Langzeitarbeitslosen in Eigenregie betreuen, hinzugezählt wurden, zeigt sich zwar, dass die Zahl der Betroffenen deutlich höher liegt. Im Durchschnitt waren es 1,06 Millionen, 10 Prozent mehr als angenommen. „Die Zahlen sind höher, aber der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt deutlich“, sagte Weise. Im Januar lag die Zahl mit 1,05 Millionen um 900.000 unter dem Wert von vor fünf Jahren. Der Anteil an allen Arbeitslosen fiel von 45 auf 34 Prozent.

Weil die ausgewiesene Arbeitslosenzahl bestimmte ältere Erwerbslose und Teilnehmer an Qualifikationsmaßnahmen nicht ausweist, lohnt ein Blick auf die Gesamtzahl der Unterbeschäftigten. Diese lag im Januar bei 4,1 Millionen. Das war fast eine halbe Million weniger als ein Jahr zuvor.

Arbeitslosigkeit in anderen Ländern des Euro-Raums

Die Arbeitslosigkeit in den Euroländern ist infolge der Krise auf den höchsten Stand seit 13 Jahren geklettert. Im Dezember 2011 betrug die Arbeitslosenquote in den 17 Eurostaaten nach Angaben der europäische Statistikbehörde Eurostat 10,4 Prozent - und war damit so hoch wie seit 1998 nicht mehr.

Die von Eurostat ermittelten Werte können wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von den Zahlen abweichen, die in den einzelnen Mitgliedstaaten veröffentlicht werden. Die Angaben zu den Ländern sind nach Ansicht von Fachleuten aber untereinander vergleichbar.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit im Euroraum meldeten Österreich (4,1 Prozent), Niederlande (4,9 Prozent) und Luxemburg (5,2 Prozent).

Auch in Deutschland ist die Lage am Arbeitsmarkt mit 5,5 Prozent relativ entspannt. Am stärksten wirkte sich die Krise in Spanien aus: Dort lag die Arbeitslosenquote bei 22,9 Prozent. Für Griechenland werden 19,2 Prozent ausgewiesen.

Spanien weist schon seit langem die bei weitem höchste Jugendarbeitslosigkeit auf. Derzeit ist fast jeder zweite Spanier unter 25 Jahren arbeitslos. Im gesamten Euroraum liegt die Jugendarbeitslosigkeit den Angaben zufolge bei 21,3 Prozent, in Deutschland hingegen mit 7,8 Prozent so tief wie in keinem anderen Euro-Land.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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