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Berufe-Check : Bäcker schlafen wenig, Programmierer viel

Ausgeruht arbeitet es sich immer noch am besten. Die Meisten schlafen auch genug. Bild: dpa

Wer früh aufstehen oder nachts arbeiten muss, schläft insgesamt kürzer. Gut, wenn man Hochschullehrer oder Journalist ist.

          Die gute Nachricht vornweg: Deutsche Arbeitnehmer sind alles in allem gut ausgeschlafen. Sechs Stunden, 49 Minuten und 48 Sekunden dauert der durchschnittliche Schlaf eines arbeitenden Bundesbürgers. Das ist ein Ergebnis des sozioökonomischen Panels, das das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam mit der F.A.Z. ausgewertet hat.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Noch besser ist, dass die Daten sich nicht extrem unterscheiden. Denn das bedeutet, dass keine Warnung vor bestimmten Berufsgruppen ausgesprochen werden muss. Wenn etwa Lkw-Fahrer im Durchschnitt etwas mehr als zwei und, sagen wir, Arzthelfer knapp 12 Stunden schliefen, käme man auch auf diesen Durchschnitt. Nur würde man sich wohl kaum noch auf die Autobahn trauen. Aber dem ist, Gott sei Dank, nicht so.

          Viel mehr schlafen deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt vergleichsweise gleich lang, nämlich zwischen sechseinviertel und siebeneinviertel Stunden. Selbst dort wo auch kürzer geschlafen wird, bringen es die Erwerbstätigen in aller Regel noch auf fünfdreiviertel Stunden. Dazu gehören vor allem, wenig verwunderlich, Bäcker und Konditoren – typischerweise Frühaufsteher mit unchristlichen Arbeitszeiten. Aber das frische Brötchen soll ja bereitliegen, wenn sich die etwas später Erwachten auf den Weg zur Arbeit machen.

          Schaut man darauf, wer ähnlich kurz schläft wie die Brot- und Kuchenkünstler, erlebt man auch keine Überraschung. Besonders kurze Durchschnitts-Nächte haben mit sechs Stunden und 16 Minuten etwa Objekt- und Personenschützer. Auch in diesem Beruf gilt: Viel Nachtarbeit, viel Schichtarbeit. Nachts müssen zwar Post- und Paketboten eher weniger oft arbeiten. Dafür ist die Nacht fast immer früh zu Ende. Dienstbeginn für Postboten ist in der Regel zwischen vier und sechs Uhr. Wie jeder Schichtarbeiter weiß, bedeutet Aufstehen um drei Uhr nicht, dass man schon um 17 Uhr ins Bett geht, also schläft man entsprechend weniger.

          Interessant wird es auch am anderen Ende der Skala. Wer sind die verschnarchtesten Schlafmützen der Republik? Platz für jede Menge Vorurteile. Und die werden auch zum Teil gleich bestätigt. Mit mehr als sieben Stunden Schlaf gehören dazu nicht nur Hochschullehrer, sondern auch Journalisten. Für so manchen dürfte das zwar nicht zu seiner Erfahrungswelt passen, aber dann gibt es eben jemanden, der länger schläft. Vielschläfer sind auch Grundschullehrer sowie Schauspieler und Entertainer.

          Bevor aber der Spott zu groß wird, zerstören einige Berufsgruppen das Bild. Ebenso lang wie Journalisten etwa schlafen nämlich Kleidungs- und Schuhverkäufer. Deren Kollegen in der Lebensmittelbranche dagegen kommen hingegen auf durchschnittlich zwanzig Minuten weniger Schlaf und gehören damit unter rund 100 Berufsgruppen zu den schlaflosesten.

          Noch überraschender ist dagegen, dass eine Branche eher zu den Langschläfern gehört, bei der man gemeinhin vermutet, dass dort auch mal nächtelang durchgearbeitet wird. Deutsche Softwareentwickler und Programmierer sind offenbar ordentlich ausgeruht.

          Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, ist nicht zweifelsfrei zu sagen. Einige Schlafmediziner nennen eine Zahl von sieben bis acht Stunden. Legte man das zugrunde, würde nur jeder siebte Arbeitnehmer in Deutschland halbwegs ausreichend schlafen – eine Gesellschaft der chronisch Übermüdeten. Doch andere Schlafforscher sehen das entspannter, je nach Typ könnten auch nur vier Stunden ausreichen.

          Und noch eins: Wenn Sie das nächste Mal zum Zahnarzt gehen und sich über freundliche Assistenten freuen, denken Sie daran, dass auch diese Berufsgruppe im Durchschnitt die Nachtruhe länger genießen kann.

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