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Berufe-Check : Soziale Lehrer, streitlustige Anwälte

Frauen entscheiden sich häufiger für das Grundschullehramt, zugleich ist das weibliche Geschlecht laut psychologischen Tests meist sozial verträglicher. Bild: dpa

Programmierer sind nerdig, Grundschullehrer alle total sozial und Verkäufer extrovertiert. An den Klischees ist mehr dran, als man denkt.

          Die Grundschullehrerin kümmert sich besonders mitfühlend und zugewandt um ihre kleinen Schützlinge, der introvertierte Softwareentwickler sitzt allein und nerdig vor seinem Rechner, während die Kollegen aus dem Verkauf in der Kaffeeküche eine Zote nach der anderen zum besten geben. Und der Musiker sucht, neugierig und kreativ wie er ist, privat wie beruflich immer nach dem nächsten Kick. „Ja klar, geht's noch klischeehafter“, denkt man da. Doch was sich wie ein abgedroschenes Vorurteil über diese Berufsgruppen anhört, lässt sich statistisch belegen.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Daten aus dem sozio-ökonomischen Panel, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam mit der F.A.Z. ausgewertet hat, zeigen: Personen, die einen bestimmten Beruf ausüben, besitzen tatsächlich oft eine Persönlichkeit, die mit der Vorstellung über diese Profession übereinstimmt. Sie bringen meist die Charaktereigenschaften mit, die für den Beruf als notwendig oder förderlich erachtet werden.

          Wenn Psychologen den Charakter eines Menschen beschreiben wollen, greifen sie vor allem auf fünf Kriterien zurück. Diese sogenannten Big Five, fünf Facetten der Persönlichkeit, haben sich als Modell in der Forschung international durchgesetzt, ihre Aussagekraft wurde in vielen Studien belegt. Die fünf sind:

          1. Extraversion, also die Frage, wie außen-orientiert, gesellig und optimistisch ein Mensch ist.

          2. Offenheit für Erfahrungen, verbunden mit Neugierde und Experimentierfreudigkeit.

          3. Verträglichkeit in dem Sinne, ob jemand eher altruistisch oder egoistisch ist, eher mit anderen kooperiert oder antagonistisch gegen sie arbeitet.

          4. Gewissenhaftigkeit verbunden mit hoher Disziplin, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft.

          Und 5. Neurotizismus als Ausdruck von emotionaler Labilität, Ängstlichkeit und Traurigkeit.

          Der Berufe-Check

          Was macht Ihren Beruf aus? Finden Sie heraus, wie es Ihren Kollegen ergeht. Und vergleichen Sie sich mit anderen Berufen.

          Um welchen Beruf geht's?

          Dieser Beruf wurde nicht gefunden. Probieren Sie es mit einer anderen Bezeichnung.

          In psychologischen Fragebögen schätzen Probanden selbst auf einer Skala ein, wie gewissenhaft, offen oder extrovertiert sie sind. Aus der Kombination der Antworten ergibt sich ihre Persönlichkeit. Auch im sozio-ökonomischen Panel werden Umfrageteilnehmern Fragen zu den Big Five gestellt, um ihr Naturell zu erfassen: mehr als 20.000 Deutschen im Jahr. Die Antworten liegen auf einer Skala von 1 (gering ausgeprägt) bis 7 (hoch ausgeprägt) – und werden dann mit ihren Berufen in Beziehung gesetzt. Es zeigt sich: Was Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit angeht, gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Berufen. Doch die anderen Facetten sind über die verschiedenen Professionen hinweg teils sehr unterschiedlich verteilt.

          Extrovertierte Verkäufer, introvertierte Softwareentwickler

          Extrovertierte Leute sind kommunikativ, gesellig und können gut aus sich herausgehen. Sie orientieren sich mehr an Personen als an Dingen, gelten als herzlich, optimistisch und heiter. Kein Wunder, dass besonders extrovertierte Leute vor allem in Berufen aus dem Verkauf zu finden sind. Wenn es darum geht, eine Sache an den Mann oder die Frau zu bringen, ist eine extrovertierte Persönlichkeit Gold wert.

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