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Berufe-Check : In diesen Berufen müssen die Leute weit pendeln

Pendlerstadt Frankfurt am Main: Hier gibt es viele Ein- und Aussteiger. Bild: Lukas Kreibig

Soldaten pendeln zwischen Heimatort und Kaserne quer durch die Republik: An der „Pendlerarmee“ Bundeswehr hat sich wenig geändert. Aber auch Schauspieler und Journalisten zählen zu den Vielfahrern. Und wie sieht es in Ihrem Beruf aus?

          Durchschnittlich 121 Kilometer Wegstrecke zwischen Wohn- und Arbeitsort – das ist eine beeindruckende Zahl. Und Lebenswirklichkeit für Bundeswehrsoldaten in Deutschland: Daten aus dem sozio-ökonomischen Panel, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)  gemeinsam mit der F.A.Z. ausgewertet hat, zeigen: Mitglied der Streitkräfte zu sein – das ist hierzulande einer der Berufe, die mit den längsten Pendelstrecken zwischen Wohn- und Arbeitsort einhergehen. Viel fahren müssen außerdem Schauspieler und Entertainer, die Hochbau-Handwerker und Journalisten.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Der Soldatenberuf war von jeher mit hoher beruflicher Mobilität verbunden – und das gilt nicht nur für Auslandseinsätze. Es ist noch gar nicht so lange her, da machte die „Pendlerarmee“ Bundeswehr gehörig Schlagzeilen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte es sich auf die Agenda gesetzt, Soldatenberuf und Familienleben besser vereinbar zu machen. Dazu zählte die Anschaffung von Laptops, Tablet-Computern und Smartphones für Heimarbeit und der Ausbau der Kinderbetreuung. Doch die Tatsache ist geblieben, dass die Bundeswehr eine Pendlerarmee ist.

          Ein zentraler Punkt dabei: die ständigen Versetzungen. Im Schnitt geht es laut Bundeswehrverband für Offiziere alle drei Jahre an einen neuen Standort. Dabei ist noch nicht eingerechnet, dass sie zuweilen auch währenddessen monatelang für Fortbildungen abkommandiert werden – teilweise ans andere Ende der Republik. Wer nicht immer umziehen will, wird in vielen Lebensphasen zum Tages-, meist sogar zum Wochenendpendler. Auch niedrigere Dienstgrade sind vom vielen Pendeln stark betroffen, doch Offiziere sollen in ihrer Laufbahn besonders viele verschiedene Aufgaben durchlaufen. Dabei müssen sie besonders oft an andere Einsatzorte.  „Partner und Kinder sehen die Soldaten dadurch häufig nur selten“, bemängelt der Fregattenkapitän Marco Thiele, der im  Deutschen Bundeswehrverband für die Themen Betreuung und Fürsorge zuständig ist. „Die Trennungsraten von Paaren, bei denen einer der Partner Soldat oder Soldatin ist, liegen daher bei mehr als 50 Prozent.“

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          Das Schicksal des Vielfahrens quer durch die Republik teilen die Soldaten mit anderen Berufsgruppen. Die Daten von mehr als 20.000 Befragten aus den Jahren 2013 und 2014 sind in das sozio-ökonomische Panel eingeflossen und zeigen: Auch wer in der darstellenden Kunst und Unterhaltung arbeitet, also etwa Schauspieler, Entertainer, Tänzer und ihr Umfeld, hat überdurchschnittlich lange Pendelstrecken. Allerdings sind die Strecken verglichen mit denen der Soldaten um etwa die Hälfte kürzer; im Schnitt kommen sie auf rund 61 Kilometer Arbeitsweg. Dass Menschen aus der Schauspielerei und Unterhaltungsbranche viel pendeln, ist jedenfalls nicht sehr überraschend: Bei Einsätzen auf den verschiedensten Bühnen der Republik kommen eben ordentlich viele Pendelkilometer zusammen.

          Nicht wenig gefahren wird in Deutschland außerdem in der Baubranche; in den Berufen im Hochbau etwa sind es im Schnitt ebenfalls rund 46 Kilometer. In der Bauplanung und Überwachung sind die Pendelstrecken mit durchschnittlich etwa 42 Kilometern nicht erheblich kürzer. Zu vermuten ist, dass in diesen Berufen häufige Einsätze am Ort der Baustelle dazu führen, dass die Beschäftigten selten heimatnah arbeiten können.

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