Das dritte Quartal ist für die HypoVereinsbank enttäuschend verlaufen. Der Vorsteuerverlust in Höhe von 447 Millionen Euro fiel wesentlich höher aus, als von Analysten erwartet. Einer Reuters-Umfrage zu Folge wurde im Schnitt lediglich mit einem Minus von 260 Millionen Euro gerechnet.
Der hohe Quartalverlust resultiert hierbei vor allem aus der deutlich aufgestockten Risikovorsorge im Kreditgeschäft in Höhe von 1,232 Milliarden Euro (Vorjahr: 532 Millionen Euro). Zudem schrumpfte nach Angaben der HypoVereinsbank das Handelsergebnis von 227 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 58 Millionen Euro zusammen.
Sehr schwaches Ergebnis
„Beim operativen Ergebnis steht die Bank unserer Einschätzung nach noch schlechter da, als es das Vorsteuerergebnis zeigt. Es muss außerordentliche Effekte, wie Beteiligungsverkäufe gegeben haben, die das Vorsteuerergebnis aufwerten", erklärt Reiner Osbild von Sal. Oppenheim.
Das Institut erlitt den Angaben zu Folge einen Betriebsverlust von 684 Millionen Euro. Im vorangegangenen Quartal hatte die Bank nur dank der Anteilsreduzierung an der Allianz schwarze Zahlen schreiben können und bereinigt um das Finanzanlageergebnis von 457 Millionen Euro einen Verlust vor Steuern von 179 Millionen Euro ausgewiesen.
In Sachen Personal gab es hingegen keine Überraschungen. Dieter Rempel wird wie erwartet ab dem 1. Januar 2003 neuer Chef der HypoVereinsbank.
Aktivitäten werden neu geregelt
Die HVB will unterdessen ihre Hypothekenbank-Beteiligungen in einem Immobilienkonzern bündeln und als eigenständigen Konzern von der HVB-Group abspalten, um damit das Geschäftsfeld klarer zu strukturieren und die Kapitalbindung zu senken.
„Präferiertes Modell zur Trennung ist die Abspaltung als eigenständiger Konzern. Alternativ kommen aber auch der Verkauf von Teilen des heutigen Geschäftsfelds und/oder die Fusion mit anderen Partnern in Betracht", erklärte die HVB. Das private Immobilienfinanzierungsgeschäft verbleibt den Angaben zufolge aber im Bereich Privatkunden der HVB und die Projektfinanzierung gehört weiter zum Bereich Corporates & Markets.
Sparkurs und Abbau des Risikokapitals
Die HVB rechnet damit, dass der Verwaltungsaufwand 2003 unter sieben Milliarden Euro sinkt und damit um 500 Millionen Euro niedriger als geplant ausfällt. Bis 2004 sollen außerdem 1,7 Milliarden Euro - bislang sind 1,2 Milliarden Euro angepeilt - an Synergien und Kosteneinsparungen realisiert werden. „Flankierend werden noch in diesem Jahr zehn Milliarden Risikoaktiva zur Verbesserung der Kernkapitalquote abgebaut", hieß es in der Bank-Mitteilung.