http://www.faz.net/-gqe-994gw

Protest von Wissenschaftlern : „Bekämpft die Angst mit Fakten“

  • Aktualisiert am

Mit Schildern, auf denen etwa „Wissen schafft Zukunft“ stand, zogen vornehmlich junge Menschen durch die Münchner Innenstadt. Bild: Picture-Alliance

Es geht um die Freiheit der Wissenschaft: Zahlreiche Menschen demonstrieren beim „March for Science“ in deutschen Städten. Angelehnt ist die Aktion an Protestbewegungen aus Amerika.

          Mehrere Tausend Menschen sind am Samstag in Deutschland für die Freiheit der Wissenschaft auf die Straße gegangen. So beteiligten sich in Köln und Münster insgesamt mehr als 1000 Demonstranten an einer Kundgebung. Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar rief ihnen in Köln zu: „Bekämpft die Angst mit den Fakten.“ Auch in anderen Städten demonstrierten Wissenschaftler und Studenten mit dem „March for Science“ für freie Forschung und gegen Populismus. Die Beteiligung fiel teilweise allerdings geringer aus als erwartet.

          „Wir sind tolerant und weltoffen“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Kundgebung in Frankfurt. „Aber wir haben keinen Platz für Rassismus, Ausgrenzung, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamophobie und und“. Nach Angaben der Polizei und Veranstalter beteiligten sich etwa 500 Menschen an der Aktion in den Mainmetropole. Erwartet worden waren mehr als 2000 Menschen in Frankfurt.

          Weniger Demonstranten als erwartet

          Mit Schildern, auf denen etwa „Wissen schafft Zukunft“ stand, zogen vornehmlich junge Menschen durch die Münchner Innenstadt. Zu der Aktion in München hatten die Veranstalter 2000 Teilnehmer angemeldet. Teilgenommen hatten jedoch nur etwa 300 Menschen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der Veranstalter war zunächst nicht zu erreichen.

          Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange forderte bei der Kundgebung in Dresden die Wissenschaft auf, selbst energischer dem Missbrauch von Forschungsergebnisse und „Fake News“ entgegenzutreten. Wissenschaft dürfe durch Manipulation ihrer Ergebnisse nicht missbraucht werden, um politischem Populismus das Wort zu reden, sagte die SPD-Politikerin.

          „Freies Wissen für alle“ oder „Ohne Transparenz kein Durchblick“: Mit bunten Plakaten demonstrierten Wissenschaftler und Studenten in Stuttgart für freie Forschung. Nach Angaben der Organisatoren versammelten sich zeitweise 300 Menschen auf dem Schillerplatz. Rund 1000 Menschen beteiligten sich in Niedersachsen an den Kundgebungen.

          Insgesamt waren Protestmärsche in 14 deutschen Städten geplant - darunter auch in Kassel, Koblenz, Saarbrücken und Trier. Allerdings beteiligten sich nach Polizeiangaben teilweise nur eine Handvoll Menschen.

          Wissenschaftler wollen mit den weltweiten Kundgebungen für die Freiheit der Forschung und die Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse demonstrieren. Die Aktion wurde vergangenes Jahr ins Leben gerufen. Besonders in den Vereinigten Staaten richtet sich die Bewegung gegen die Rhetorik von Präsident Donald Trump, der unter anderem die Erderwärmung mehrfach als Schwindel bezeichnet hat. Im vergangenen Jahr hatten rund 37.000 Menschen an den Märschen für die Wissenschaft in 22 Städten Deutschlands teilgenommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          SPD im Krisenmodus : Wenn der Bauch regiert

          Die SPD-Mitglieder wollen sich nicht länger von Seehofer vorführen lassen. Auch vielen Befürwortern der großen Koalition reicht es. Andrea Nahles hat die Wut unterschätzt.
          Echo Show in der neuen Version.

          Neue Produkte : Amazon macht die Welle

          Das war ein ziemliches Feuerwerk, was Amazon heute in Seattle präsentiert hat. Viele neue Produkte kommen auf der Markt. Darunter auch eines für die Küche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.