Home
http://www.faz.net/-gqe-6xp0a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Bedingungen noch nicht erfüllt Juncker sagt Treffen der Eurogruppe zu Griechenland ab

Griechenland rennt die Zeit davon: Das für Mittwoch geplante Sondertreffen der Eurogruppe ist überraschend abgesagt worden. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker sagte, es werde nur eine Telefonkonferenz geben, da Griechenland noch nicht alle Bedingungen für ein zweites Hilfspaket erfüllt habe.

© dpa Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker klagt: „Darüber hinaus habe ich nicht die geforderten politischen Zusagen der Vorsitzenden der griechischen Koalitionsparteien für eine Umsetzung des Programms erhalten.“

Die Zeit für die Rettung Griechenlands wird immer knapper. Ein für Mittwoch erwartetes Treffen der Eurogruppe findet nicht statt, da das hoch verschuldete Land die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket noch nicht erfüllt habe, sagte Jean-Claude Juncker am Dienstagabend in Luxemburg. Das bedeutet, dass über das zweite Hilfspaket von mindestens 130 Milliarden Euro noch später entschieden wird. Ohne die internationale Finanzspritze, die selbst nach ihrer Bewilligung wochenlangen bürokratischen Vorlauf braucht, ist Griechenland wohl spätestens am 20. März zahlungsunfähig, weil das Land an diesem Datum Kredite über knapp 15 Milliarden Euro zurückzahlen muss.

Juncker: „Habe die geforderten Zusagen nicht erhalten“

Der Vorsitzende der Eurogruppe erklärte, die Vertreter der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds müssten mit den griechischen Behörden noch in mehreren Bereichen
arbeiten. Die Regierung in Athen habe bislang noch keinen Vorschlag gemacht, wie sie noch in diesem Jahr weitere 325 Millionen Euro einsparen wolle. „Darüber hinaus habe ich nicht die geforderten politischen Zusagen der Vorsitzenden der griechischen Koalitionsparteien für eine Umsetzung des Programms erhalten“, so Juncker.

Mehr zum Thema

Die Euro-Finanzminister hatten in der vergangenen Woche sowohl auf die genannten zusätzlichen Einsparungen als auch auf den schriftlichen Erklärungen der griechischen Parteivorsitzenden bestanden. Andernfalls wollen sie das von Griechenland dringend benötigte zweite Hilfspaket nicht freigeben. Juncker erklärte, dass statt der geplanten Beratung der Euro-Finanzminister lediglich eine Telefonkonferenz stattfinden werde.

Katastrophale Entwicklungen

Für Griechenland war die Absage des Treffens nicht die erste schlechte Nachricht an diesem Dienstag: Bereits am Vormittag hatte die Statistikbehörde (Elstat) in Athen ihre Schätzung der griechischen Wirtschaftsleistung für 2011 bekannt gegeben. Demnach brach das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr abermals erheblich ein. Im Vergleich zum Vorjahr ging es um 6,8 Prozent zurück. Die griechische Zentralbank war bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Landes „nur“ um knapp 4 Prozent geschrumpft sei, die Regierung rechnete mit 5,5 Prozent. Bereits 2010 war die Wirtschaft um 4,5 Prozent geschrumpft.

Vor wenigen Tagen war zudem bekannt geworden war, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland weiter gestiegen ist. Die Quote beträgt mittlerweile 20,9 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. In der Gruppe der bis zu 24 Jahre alten erwerbsfähigen Griechen liegt sie sogar bei fast 50 Prozent.

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rettungsmilliarden freigegeben Griechenland zahlt EZB 3,4 Milliarden Euro zurück

Griechenland hat die ersten Milliarden aus dem dritten Hilfsprogramm erhalten. Und einen Teil davon gleich weitergeleitet – um Schulden zu begleichen. Mehr

20.08.2015, 09:53 Uhr | Wirtschaft
Finanzkrise Euro-Zone erzielt Einigung im griechischen Schuldenstreit

Endlich gibt es eine Verhandlungserfolg in Sachen Griechenland. Von den langen Verhandlungen gezeichnet aber sichtlich gut gelaunt gingen EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem zur Pressekonferenz. Mehr

13.07.2015, 10:38 Uhr | Politik
Hellas-Votum Worüber der Bundestag abgestimmt hat

Wie groß ist das neue Hilfspaket? Wohin fließt das Geld? Und wozu verpflichtet sich die Regierung in Athen? FAZ.NET erklärt die Vereinbarung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Mehr Von Hendrik Kafsack

19.08.2015, 06:46 Uhr | Politik
Brüssel Juncker fühlt sich von Athen verraten

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machen die griechische Regierung für das Scheitern der Verhandlungen in der Schuldenkrise verantwortlich. Nach all seinen Versuchen, eine Lösung zu finden, fühle er sich von Athen verraten, sagte Juncker in Brüssel. Mehr

30.06.2015, 12:26 Uhr | Wirtschaft
Drittes Hilfspaket für Hellas Wieder ist der Steuerzahler der Retter

Warum soll das dritte Hilfspaket für Griechenland all die Probleme lösen, die zwei vorherige Milliardenspritzen nicht beheben konnten? Und wieso sollte gerade Alexis Tsipras wichtige Reformen durchpeitschen? Mehr Von Holger Steltzner

18.08.2015, 09:44 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 14.02.2012, 18:49 Uhr

Grüne CDU

Von Jan Grossarth

Die Agrarwende ist das verbliebene große eigene Thema der Grünen. Jetzt setzt die CDU zum Gegenschlag an - besser gesagt, sie sperrt das Maul weit auf, um sich den Gegner einzuverleiben. Mehr 7 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages In Moskau gründen mehr Frauen Start-ups als in Berlin

In kaum einer Start-Up-Metropole liegt der Anteil der Frauen an den Gründern so niedrig wie in Berlin. Er ist höher auch in vielen Städten, wo das ganz und gar nicht zu erwarten ist. Mehr 4