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Einschätzung des Beamtenbunds : Dem Staat fehlen mehr als 185.000 Mitarbeiter

  • Aktualisiert am

Zu wenig Personal? Polizeistreife in Berlin, Alexanderplatz Bild: dpa

Von der Verwaltung über Feuerwehr, Jugendämter, Schulen und Polizei: Nach Angaben der Gewerkschaften fehlen überall Beamte. Und der Personalmangel wird sich noch verschärfen.

          Dem Staat fehlen nach Einschätzung des Beamtenbundes dbb derzeit mehr als 185.000 Mitarbeiter. Das geht aus einer Aufstellung des dbb-Beamtenbund und Tarifunion hervor. Demnach fehlen in den Kommunalverwaltungen fast 138.000 Mitarbeiter, davon allein im Erziehungsdienst 130.000. Den Feuerwehren fehlen laut dbb 4000, den Jugendämtern 3000 Mitarbeiter.

          Eine Lücke von 32.000 Mitarbeitern hat sich laut dbb an den Schulen aufgetan, 8000 Mitarbeiter fehlen demnach den Landespolizeien und 500 der Bundespolizei. Im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt es laut Beamtenbund eine Unterbesetzung von 2500, in der Justiz von 3000 und bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern von 1500 Mitarbeitern. Die Zahlen stammen von den einzelnen Mitgliedsgewerkschaften des dbb und zeigen laut Beamtenbund offene Stellen sowie den tatsächlichen Personalmangel im Arbeitsalltag.

          Unter anderem wegen der Herausforderungen durch Inklusion und Migration bräuchten vor allem Länder und Kommunen zusätzliches Personal, so der dbb. In den kommenden 15 Jahren werde sich der Personalmangel verschärfen, denn 1,5 Millionen Beschäftigte würden altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Ziehe man davon die erwartbaren Neueinstellungen ab, bleibe rechnerisch eine Personallücke von mehreren hunderttausend Beschäftigten.

          Die Organisation forderte die Politik dazu auf, die Mitarbeiter nicht allein zu lassen – etwa in der Landes- und Bundesverwaltung, in den Städten und Gemeinden, beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, bei der Polizei, in Kindergärten und Schulen, in Gesundheitsämtern, in der sozialen Arbeit, in Jobcentern und in der Sozialversicherung.

          Auch in der Justiz scheint der Personalmangel dramatisch zu sein. Am Dienstag forderte der Deutsche Richterbund die kurzfristige Einstellung von 2000 zusätzlichen Richtern und Staatsanwälten. 40 Prozent aller Juristen bundesweit würden bis 2030 aus dem Dienst ausscheiden.

          Unter dem Dach des dbb sind 42 Mitgliedsgewerkschaften organisiert. Die Personalsituation wird im Zentrum der dbb-Jahrestagung 2018 stehen, die vom 7. bis 9. Januar in Köln stattfindet.

          Quelle: hade. / dpa

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