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Mittwoch, 19. Juni 2013
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BDI Keitel gibt zum Jahreswechsel sein Amt ab

 ·  Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, kandidiert nicht für eine weitere Amtszeit. Ab 2013 wird der Familienunternehmer Ulrich Grillo den Verband führen.

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© dapd Hans-Peter Keitel

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, kandidiert nicht für eine weitere Amtszeit. Das gab er am Mittwoch auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Berlin bekannt. Keitel schlug den BDI-Vizepräsidenten Ulrich Grillo als seinen Nachfolger vor. Der Vorschlag sei von den Vizepräsidenten einstimmig begrüßt worden, sagte Keitel.

Grillo, der sich auch als Gründer der BDI-Rohstoffinitiative einen Namen gemacht hat, ist seit 2006 Präsident der Wirtschaftsvereinigung Metalle und seit 2011 BDI-Vizepräsident. Der gelernte Bankkaufmann und Betriebswirt leitet seit 2001 als Vorstandsvorsitzender die Grillo-Werke, ein Familienunternehmen in Duisburg. Zuvor war er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall.

Schon länger als Kandidat gehandelt

Grillo war schon seit einiger Zeit als einer von zwei Kandidaten für die Keitel-Nachfolge im Gespräch gewesen. Als Alternativkandidat war zuvor immer wieder auch Arndt G. Kirchhoff gehandelt worden, der geschäftsführende Gesellschafter und Vorstandschef der Kirchhoff Automotive in Attendorn. Beobachter spekulieren, dass Grillo vor allem deshalb das Rennen machte, weil Kirchhoff als Automann  die politisch ohnehin starke Autolobby in Berlin weiter gestärkt hätte.

In einer ersten Reaktion sagte Grillo, er fühle sich geehrt, für das Amt vorgeschlagen zu werden. „Es ist bereits absehbar, dass auch im kommenden Jahr die Themen Standort Deutschland mit der Energie- und Ressourcenpolitik sowie Euro und Europa ganz oben auf der Tagesordnung bleiben“, sagte er weiter. Die Industrie sei als Akteur wie auch als Betroffener bei diesen Themen gefragt.

Keitel, der nun bald sein Amt abgibt, ist 64 Jahre alt und früherer Industriemanager und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Hochtief. Er führt den BDI in seiner zweiten Wahlperiode seit 2009.

Als Spitzenverband der deutschen Industrie und der industrienahen Dienstleister in Deutschland spricht der BDI nach eigener Darstellung für 38 Branchenverbände und vertritt die politischen Interessen von mehr als 100.000 Unternehmen mit gut 8 Millionen Beschäftigten gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Zusammen mit den Verbänden der Arbeitgeber, des Handwerks und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gehört der BDI zu den vier Spitzenvertretungen der deutschen Wirtschaft mit Einfluss auf die Politik in Berlin und Brüssel.

Kritik an der Politik

Keitel hat während seiner Präsidentschaft nicht mit Kritik an der Politik der Regierung gespart, die er oft als zu zögerlich und unentschlossen empfand. Noch im März hatte er den F.A.Z. gesagt.: „Wir Unternehmer haben uns mehr von dieser Regierung erwartet.“ Im politischen Forderungskatalog Keitels hatte die Haushaltskonsolidierung immer Vorrang vor Steuersenkungen.

Neben den Folgen der Banken- und Staatsschuldenkrise hat ihn vor allem die deutsche Energiepolitik beschäftigt. Deren Bewertung ist im Verband selbst umstritten, eint er doch einerseits Profiteure der Wende, wie etwa Siemens und Netzausrüster sowie andererseits die großen Energieverbraucher und -erzeuger. Keitels Verhältnis zu Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) war anerkanntermaßen schlecht, unter Röttgens Nachfolger Peter Altmaier (CDU) hatte sich das Verhältnis zwischen BDI und Umweltministerium aber entkrampft Über Kanzlerin Angela Merkel und ihren großen Einsatz zur Bewältigung der Euro-Krise hat sich Keitel immer lobend geäußert.

In Keitels Präsidentschaft wurde mit Markus Kerber zur Mitte vergangenen Jahres auch ein neuer Hauptgeschäftsführer bestellt. Kerber folgte auf Werner Schnappauf. Der früher bayerische Umweltminister hatte wenige Wochen zuvor die Position aufgegeben und damit die Verantwortung für einen Eklat übernommen, der das Ansehen des BDI getrübt und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle in Bedrängnis gebracht hatte. Grund war eine von Schnappauf abgesegnete Protokollnotiz über ein Gespräch Brüderles mit dem BDI-Präsidium, laut dem der Minister den gerade von der Regierung angekündigten Ausstieg aus der Kernenergie relativiert hatte. Dieser hatte demnach gesagt, politische Entscheidungen seien im Zeichen von Landtagswahlen nicht immer rational. Die Opposition sah darin ein Eingeständnis, dass das Moratorium für die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke nur ein Wahlkampfmanöver sei.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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