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Bayern LB Die CSU-Schläfer

23.10.2008 ·  Bei der Bayern LB ist wieder einmal der Chef fällig. Dabei steht die Landesbank nicht am Abgrund, weil wichtige Geschäftszahlen drei Tage zu spät auf den Tisch kamen, sondern weil führende CSU-Politiker im Verwaltungsrat jahrelang geschlafen haben.

Von Marcus Theurer
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Die Personalquerelen bei der Bayern LB sind ein weiterer Beleg dafür, dass der Staat ein schlechter Eigentümer von Unternehmen ist: Es regiert politische Logik statt wirtschaftlicher Vernunft.

Michael Kemmer, der Vorstandsvorsitzende der Staatsbank, und möglicherweise weitere Manager sollen abtreten, weil sie den Finanzbedarf der Krisenbank noch am Wochenende um mehrere Milliarden Euro zu niedrig dargestellt haben. Kemmer war offensichtlich schlecht vorbereitet, was angesichts der desolaten Lage der Bank unverständlich ist.

Seehofer will sich als Macher in Szene setzen

Muss er deshalb zurücktreten? Ja, sagt Horst Seehofer, der neue starke Mann der CSU. Der Politprofi will sich als Macher in Szene setzen. Doch die Bayern LB braucht mitten in ihrer größten Krise einen handlungsfähigen Vorstand. Über personelle Konsequenzen mag man später reden – nicht jetzt. Kemmer führt die Bank erst seit einem halben Jahr, und die Probleme sind nicht dadurch zu lösen, dass zweimal im Jahr der Vorstandschef gefeuert wird.

Die Bayern LB steht nicht am Abgrund, weil wichtige Geschäftszahlen drei Tage zu spät auf den Tisch kamen, sondern weil führende CSU-Politiker – Beckstein, Faltlhauser, Huber und weitere – im Verwaltungsrat jahrelang geschlafen haben.

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Jahrgang 1972, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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