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Bau Eurotunnel mit Milliardenverlust

09.02.2004 ·  Nach einem Umsatzeinbruch 2003 will die Betreibergesellschaft des Eurotunnel die Preise senken, um mehr Verkehr in die Kanalröhre zu locken. Schulden von neun Milliarden Euro lasten auf den Betreibern.

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Der hoch verschuldete Kanaltunnelbetreiber Eurotunnel hat im vergangenen Jahr bei rückläufigem Umsatz einen Verlust von 1,89 Milliarden Euro verzeichnet. Der Fehlbetrag sei hauptsächlich durch hohe Abschreibungen verursacht worden, teilte das Unternehmen am Montag in Paris mit.

„2003 war ein schwieriges Jahr mit schlechten Marktbedingungen und einem harten Preiskampf“, sagte Eurotunnel-Chef Richard Shirrefs. Der Umsatz sank um 9,36 Prozent auf 813 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Wechselkursbasis Pfund-Euro habe der Umsatzrückgang nur 5,13 Prozent betragen. Noch im Vorjahr hatte Eurotunnel einen Gewinn von 508 Millionen Euro erzielt.

Die Sonderbelastungen beliefen sich 2003 auf 1,845 Milliarden Euro. Vor den Sonderposten ergebe sich ein Verlust von 44 Millionen Euro, hieß es weiter. Der operative Gewinn des Unternehmens sank auf 248 Millionen Euro von 326 Millionen Euro im Vorjahr.

Gebührensenkung soll Geschäft ankurbeln

Mit Gebührensenkungen soll das Passagier- und Frachtgeschäft durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal belebt werden. Der französischen und britischen Regierung sei ein entsprechender Vorschlag unterbreitet worden, der ab 2005 wirksam werden könnte, hieß es.

Mit einer Kapitalerhöhung soll ein Teil der Verschuldung refinanziert werden. Als weitere Option werde die Verbriefung künftiger Umsätze erwogen. Shirrefs fügte hinzu, die Verhandlungen mit den Gläubigern über eine Refinanzierung der Verbindlichkeiten dürfte sich das gesamte Jahr 2004 hinziehen. Details nannte er allerdings nicht.

Die Betreibergesellschaft des Eurotunnel muß einen Schuldenberg von 9,4 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens drängen die Kreditgeber zu Neuverhandlungen.

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Von Holger Steltzner

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