07.09.2010 · Aufsichtsbehörden und Notenbanken aus 27 Ländern beraten an diesem Dienstag über die neuen Kapital- und Liquiditätsregeln. Der Bankenverband warnt vor den härteren Vorschriften. Die deutschen Banken müssten notfalls ein Drittel ihrer vergebenen Kredite abbauen - mit „massiven volkwirtschaftlichen Folgen“.
Von Hanno MußlerDie Banken warnen vor einem Kreditengpass für Unternehmen. Die zehn größten deutschen Banken benötigten 105 Milliarden Euro an zusätzlichem Eigenkapital, wenn die im Baseler Ausschuss sich abzeichnenden härteren Eigenkapitalvorschriften (Basel III) beschlossen werden sollten. Allein die neue Kennziffer Leverage Ratio, mit der die Bilanzsumme einer Bank auf das 33-fache des harten Eigenkapital (Kernkapital) begrenzt werden soll, zwinge Banken zu einer Eigenkapitalaufnahme von 36 Milliarden Euro, sagte Hans-Joachim Massenberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der privaten Banken (BdB), am Montag zu Journalisten in Frankfurt.
Falls Banken nicht in der Lage wären, die für die Einhaltung der Leverage Ratio erforderlichen 36 Milliarden Euro Eigenkapital aufzunehmen, müssten sie 1000 Milliarden Euro an Krediten abbauen, sagte Massenberg. Das sind etwa ein Drittel aller von deutschen Banken in Europa vergebenen Kredite. „Das hätte massive volkwirtschaftliche Folgen“, sagte Massenberg.
Rund 600 Milliarden Euro zusätzlicher Liquiditätsbedarf
Die Kritik des Bankenverbandes erfolgt unmittelbar vor wichtigen Weichenstellungen für die Branche. An diesem Dienstag wollen Aufsichtsbehörden und Notenbanken aus 27 Ländern in Basel neue Kapital- und Liquiditätsregeln vorantreiben. Am Wochenende sollen sie dann beschlossen werden. Während sich die Eigenkapitalvorschriften schon klar abzeichnen, werden für die neuen Liquiditätsvorschriften noch verschiedene Berechnungen durchgeführt. Doch schon jetzt warnt Massenberg vor weiteren Belastungen durch rund 600 Milliarden Euro zusätzlichen Liquiditätsbedarf.
Vor dem Treffen in Basel setzt sich der deutsche Bankenverband dafür ein, die neuen Regeln nicht schon in den nächsten 6 bis 8 Jahren, sondern erst in 10 bis 12 Jahren einzuführen. Die deutschen Banken, die etwa in ihrem Kampf für die Anerkennung stiller Einlagen als hartes Eigenkapital im Baseler Ausschusses bisher isoliert sind, haben die Hoffnung offenbar aufgegeben, noch deutliche Änderungen durchzusetzen. So werden stille Einlagen öffentlich-rechtlicher Landesbanken, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben, offenbar weiter als hartes Eigenkapital anerkannt; stille Einlagen der Deutschen Bank oder von Landesbanken in privater Rechtsform wie HSH Nordbank und bald LBBW dagegen nicht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 9.003,35 | +0,63% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |