Home
http://www.faz.net/-gqe-13pu7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bankgeschäfte Der ökonomische Hebel

07.09.2009 ·  Pläne für regulatorische Änderungen im Bankgeschäft muten technisch an, entfalten aber große Wirkung. Wenn systemrelevante Institute zusätzliches Eigenkapital vorhalten müssen, begrenzt das ihren Drang zur Größe. So werden Risiken begrenzt - und die Boni gleich dazu.

Von Manfred Schäfers
Artikel Lesermeinungen (5)

Die öffentliche Diskussion konzentriert sich auf die Boni der Banker. Auch vor dem dritten Weltfinanzgipfel in Pittsburgh steht die Begrenzung der Vergütungen im Blickpunkt. Das ist verständlich. Die Steuerzahler mussten das Finanzsystem, das riskante Geschäfte an den Rand des Abgrunds brachten, mit Hunderten Milliarden stützen.

Bei der Boni-Begrenzung geht es also nicht allein um die Befriedigung von billigen Neidinstinkten, sondern um die Anpassung der Anreizstrukturen. Beides zusammen ist politisch attraktiv. Doch mindestens genauso wichtig sind die ins Auge gefassten regulatorischen Änderungen. Sie muten technisch an, sind aber von großer Wirkung.

Wenn die Banken für dasselbe Geschäft mehr Eigenkapital und Liquidität vorhalten müssen, dann wird der Hebel kleiner, mit dem sie - auf Kosten eines wachsenden Risikos - ihre Eigenkapitalrendite in solch sagenhafte Regionen von 25 Prozent und mehr treiben konnten. Weniger Gewinn heißt auch weniger variable Vergütung. Wenn systemrelevante Institute zusätzliches Eigenkapital vorhalten müssen, begrenzt das den Drang zur Größe. So kann der ökonomische Hebel doppelt helfen: Er begrenzt das Risiko und die Boni.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

Jüngste Beiträge

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler. Mehr 44 151

29.05.2012 17:15 Uhr
  Vortag
Dax 6.414,06 +1,44%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.397,64 +1,52%
Dow Jones 12.597,50 +1,15%
EUR/USD 1,2529 −0,10%
Rohöl Brent Crude 107,48 $ +0,21%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.