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Bankgeheimnis, Razzien, Spitzelaffäre Auf Zumwinkels Burg

13.03.2009 ·  Klaus Zumwinkel war einer der einflussreichsten deutschen Manager und durch Führung und Kontrolle der beiden ehemaligen Staatsunternehmen Post und Telekom wie kein zweiter mit der deutschen Politik verflochten. Er war auch einer der bestverdienenden, wie man heute sieht.

Von Holger Steltzner
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Die Schweiz, Österreich und Luxemburg lockern ihr strenges Bankgeheimnis. Am Gardasee wird die Burg des früheren Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, durchsucht. Zugleich finden Razzien in Büros und Wohnräumen des ehemaligen Vorstandschefs der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke statt.

Für die scheinbar zusammenhanglosen Nachrichten gibt es eine Klammer: Zumwinkel. Sein Name steht für den wohl größten Steuerskandal Deutschlands. Seine Verhaftung wurde live im Fernsehen übertragen, wegen Steuerhinterziehung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und der Zahlung einer Geldauflage von einer Million Euro verurteilt.

Nach dem Fall Zumwinkels drohte Bundesfinanzminister Steinbrück der Schweiz und Liechtenstein mit Gegenmaßnahmen - und das mit Erfolg, zu dem allerdings auch die Finanzbehörden der Vereinigten Staaten beigetragen haben. Zuerst werden die Steuerfluchtburgen geschliffen, danach dürften in vielen Ländern die Steuern steigen, damit die in der Finanzkrise wachsenden Staatsschulden bedient werden können.

Zumwinkel war einer der bestverdienenden Manager

Zumwinkel ist auch das Bindeglied zur dritten Meldung des Tages: Als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom sollte er Ricke kontrollieren. Die beiden sind in eine Spitzelaffäre verwickelt. Die Aufträge zum Ausspähen von Aufsichtsräten und Journalisten sollen aus dem Umfeld der früheren Spitzenmanager gekommen sein. Staatsanwälte ermitteln schon länger. Warum versuchen sie erst jetzt, Beweise zu sichern? Solange es die nicht gibt, steht Aussage gegen Aussage.

Zumwinkel war nicht nur einer der einflussreichsten deutschen Manager, der durch Führung und Kontrolle der beiden ehemaligen Staatsunternehmen Post und Telekom wie kein zweiter mit der deutschen Politik verflochten war. Er war auch einer der bestverdienenden, wie man heute sieht.

Seine Pensionsansprüche hat ihm die Post auf einen Schlag ausbezahlt. Der Betrag von 20 Millionen Euro zeigt, dass die wahre Höhe der Gehälter von Managern nicht nur mit Grundgehalt und Bonus berechnet wird. Seine vertraglichen Ansprüche müssen ausbezahlt werden, der letzte Geschäftsbericht der Post weist sie aus. Heute sitzt Zumwinkel auf seiner Burg. Vor Gericht hat er sein Vermögen mit 13 Millionen Euro beziffert - samt Burg. Aber mit oder ohne Pension?

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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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