09.10.2002 · Die Commerzbank-Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren. Nun ermittelt die Finanzaufsicht wegen möglicher böswilliger Falschaussagen.
Die jüngsten Spekulationen um die Commerzbank haben die staatliche Finanzaufsicht auf den Plan gerufen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersucht nach eigenen Angaben vom Mittwoch nun, ob möglicherweise bewusst falsche Behauptungen über die Commerzbank in Umlauf gesetzt wurden, um den Kurs zu manipulieren.
Die Bank hatte in den vergangenen Tagen Berichte über Liquiditätsschwierigkeiten bestreiten müssen, die Aktie war in heftige Turbulenzen geraten. Zudem war Deutschlands drittgrößtes Geldhaus von einer wichtigen Ratingagentur herabgestuft worden. Die BaFin kritisierte die „Übertreibung des Marktes“, insbesondere die „Zweifel an der Liquidität deutscher Institute“.
Londoner Gerüchte
BaFin-Vizepräsident Karl-Burkhard Caspari erklärte: „Wer böswillig unzutreffende Gerüchte in die Welt setzt, muss mit Untersuchungen wegen möglicher Marktmanipulation rechnen.“ Auslöser der Voruntersuchung war nach Angaben eines BaFin-Sprechers ein Bericht eines Finanzjournals vom Mittwoch, wonach die Commerzbank sich neue Kredite von der BaFin genehmigen lassen müsse. Die Meldung sei „so absurd“ gewesen, dass sich die sonst zurückhaltende BaFin zu einer Stellungnahme entschlossen habe.
Vorstandschef Klaus-Peter Müller hatte das erst kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dementiert. Darüber hinaus schrieb er in einem Brief an die Mitarbeiter von „wilden Spekulationen und teilweise bösen Gerüchte, die meist vom Platz London ausgingen.“ Der Kurs der Aktie war dennoch massiv eingebrochen. Am Mittwoch notierte die Aktie der Bank mit drei Prozent im Minus bei 5,14 Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.397,64 | +1,52% |
| Dow Jones | 12.597,50 | +1,15% |
| EUR/USD | 1,2529 | −0,10% |
| Rohöl Brent Crude | 107,48 $ | +0,21% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
Anonym bewerben? Ist das gut?