06.03.2011 · Wenn es die europäischen Bankenaufseher mit ihrer Ankündigung ernst gemeint haben, dass die neuen Stresstests deutlich strenger ausfallen, müssen sie die Umschuldung eines Eurolandes als Krisenszenario annehmen. Doch danach sieht es nicht aus. Die Mehrheit der Bankenaufseher knickt vor der Bankenlobby ein.
Von Markus FrühaufDie Mehrheit der europäischen Bankenaufseher knickt vor der Bankenlobby ein. Nicht anders ist ihr Votum zu werten, in den nun anlaufenden Banken-Stresstests nur die Handelsbücher, aber nicht die Bankbücher auf ihre Belastbarkeit bei Marktverwerfungen zu prüfen.
Doch im Bankbuch liegen die Anleihen, die Banken bis zur Endfälligkeit halten. Bleiben diese in den Stresstests unberücksichtigt, bleibt in den Krisenszenarien die Umschuldung eines finanzschwachen Euro-Landes außen vor. Doch mit diesem Szenario, konkret mit der Umschuldung Griechenlands, rechnen die Finanzmärkte seit geraumer Zeit. Die Forderung des Präsidenten des Bankenverbandes, Andreas Schmitz, Anleihen aus dem Bankbuch in die Stresstests einzubeziehen, findet in großen Teilen der europäischen Kreditwirtschaft zwar wenig Gehör.
Wenn es aber die europäischen Bankenaufseher mit ihrer Ankündigung ernst gemeint haben, dass die neuen Stresstests deutlich strenger ausfallen, müssen sie die Umschuldung eines Eurolandes als Krisenszenario annehmen. Doch danach sieht es nicht aus: Auch die neuen Stresstests werden stressfrei sein - und damit unglaubwürdig.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.397,64 | +1,52% |
| Dow Jones | 12.597,50 | +1,15% |
| EUR/USD | 1,2529 | −0,10% |
| Rohöl Brent Crude | 107,48 $ | +0,21% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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