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Banken Postbank hebt die Prognose leicht

03.11.2004 ·  Im dritten Quartal hat die Postbank ihr operatives Ergebnis verbessert. Nun hebt Deutschlands größte Filialbank die Prognose für das Gesamtjahr leicht an. Manchem Analyst ist das nicht ehrgeizig genug.

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Die Postbank hat operativ im dritten Quartal 2004 zugelegt und bei einem nur etwas gestiegenen Verwaltungsaufwand unter dem Strich mehr verdient als von Analysten erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet Deutschlands größte Filialbank nun mit einem Anstieg des Vorsteuerergebnisses um mehr als 15 Prozent.

Der Gewinn nach Steuern in den Monaten Januar bis September betrage 291 (Vorjahreszeitraum: 194) Millionen Euro, teilte die Postbank am späten Dienstag abend mit. 13 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt für die ersten neun Monate mit einem Nachsteuerergebnis von 280 Millionen Euro gerechnet. Im dritten Quartal kommt die Bank damit nach Steuern auf 104 Millionen Euro, liegt also über den 95 Millionen des zweiten Quartals und schlug auch die Analysten-Prognose von 94 Millionen Euro. Vor Steuern verzeichnete das im MDax gelistete Geldhaus nach neun Monaten einen Gewinn von 449 (324) Millionen Euro, was einem Vorsteuergewinn im Quartal von 160 (146) entspricht.

Mehr als 15 Prozent Steigerung, statt mindestens 15 Prozent

Die Postbank sei zuversichtlich, das Vorsteuerergebnis 2004 um mehr als 15 Prozent steigern zu können, hieß es weiter. Damit peilt das Institut für das laufende Jahr ein Ergebnis vor Steuern von deutlich über 570 (2003: 497) Millionen Euro an. Bislang hatte Bankchef Wulf von Schimmelmann sich eine Spur verhaltener geäußert und ein Ergebnisplus um „mindestens“ 15 Prozent für 2004 in Aussicht gestellt. Die mittelfristigen Ziele bis 2006 - also eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent und eine Aufwand-Ertrags-Relation von 65 Prozent - ließ die Bank allerdings unverändert.

Einige Analysten halten die derzeitige Rendite für zu niedrig und bezeichnen auch die Ziele bis 2006 als nicht ehrgeizig genug. Sie kritisieren außerdem, daß die Postbank zwar einzelne Kreditportfolien kauft, um ihren Einlagenüberhang zu verringern, bei den wirklich großen Zukaufmöglichkeiten, wie der Norisbank oder zuletzt der Hanseatic Bank, aber bislang immer leer ausgegangen ist.

Handelsergebnis hat sich normalisiert

Von Juli bis September entwickelte sich das für die Postbank wichtige Zinsergebnis mit 404 (Vorquartal: 380) Millionen Euro ebenso positiv wie der auf 169 (138) gestiegene Provisionsüberschuß. Allerdings hat die Bank auch ihr Ergebnis aus Finanzanlagen spürbar gesteigert, und zwar auf 53 (36) Millionen Euro. Das Handelsergebnis scheint sich mit 59 (86) Millionen Euro wieder normalisiert zu haben. Den für die Postbank vergleichsweise hohen Wert des Vorquartals hatte Schimmelmann mit Gewinnen aus Kurssicherungsgeschäften für Zinsgeschäfte und nicht den klassischen Eigenhandel zurück geführt.

Die höheren Erträge gingen einher mit einem im dritten Quartal auf 488 (Vorquartal: 454) gestiegenen Verwaltungsaufwand sowie einer Risikovorsorge für faule Kredite von 44 (41) Millionen Euro.

Die Postbank-Aktie war am Dienstag mit einem Plus von 0,16 Prozent auf 31,40 Euro aus dem Handel gegangen.

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