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Banken Martin Blessing neuer Commerzbank-Chef

06.11.2007 ·  Martin Blessing wird neuer Vorstandschef der Commerzbank. Er soll zur Hauptversammlung im Mai 2008 Klaus-Peter Müller ablösen - das ist jetzt offiziell bestätigt. Außerdem wurde klar: Die Bank hat stärker unter der Immobilienkrise in Amerika gelitten, als zunächst angenommen.

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Martin Blessing wird neuer Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. Der derzeitige Firmenkundenchef wird nach der Hauptversammlung am 15. Mai 2008 Klaus-Peter Müller ablösen, wie die Commerzbank nach einer
Aufsichtsratssitzung am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Müller wechselt in den Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Bank.

Der 44 Jahre alte Blessing gehört seit November 2001 dem Vorstand der Commerzbank an und ist derzeit für das Mittelstandsgeschäft zuständig. Er war seit Monaten als Favorit für die Müller-Nachfolge gehandelt worden.

Swatch statt Rolex

Martin Blessing gilt als zielstrebig und unprätentiös. Er trägt Swatch statt Rolex und Freundschaftsbändchen von seinen Töchtern. Andererseits scheut er Konflikte nicht: Gehaltskürzungen und Stellenstreichungen bei der Sanierung der Commerzbank sorgten für Empörung auf der Arbeitnehmerseite.

Grund für den vorzeitigen Wechsel Müllers - der 63-Jährige hat einen Vertrag als Vorstandschef bis zur Hauptversammlung 2010 - ist der altersbedingte Rückzug von Aufsichtsratschef Martin Kohlhaussen.
Kohlhaussen wurde am Dienstag 72 Jahre alt und erreichte damit die bei der Commerzbank intern geltende Altersgrenze. Er räumt daher seinen Posten bei der Hauptversammlung 2008.

Immobilienkrise hinterlässt deutliche Spuren

Die Commerzbank teilte außerdem aktuelle Geschäftszahlen mit. Die Immobilienkrise hat bei der
Bank deutlichere Spuren hinterlassen als zunächst angekündigt. Die Commerzbank musste im dritten Quartal 291 Millionen Euro abschreiben, wie sie am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Bisher war die Bank von Ausfällen in Höhe von 80 Millionen Euro ausgegangen.

Das operative Ergebnis stieg von Juli bis September dennoch um sieben Prozent auf 361 Millionen Euro. Der Überschuss lag dank steuerlicher Verlustvorträge mit 339 Millionen Euro fast 60 Prozent über dem Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss nach Anteilen Dritter von 451 Millionen Euro gerechnet.

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