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Banken Klarmachen für die Wende

05.09.2002 ·  Die Bankenlandschaft ist im Umbruch. Um international zu bestehen, will Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zuerst auf dem Heimatmarkt punkten.

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Das Szenario von Josef Ackermann ist simpel: Nach einer Konsolidierungsphase sieht der Chef der Deutschen Bank nur Platz für wenige Finanzinstitute, die global arbeiten. „Fünf amerikanische Banken, zwei Schweizer und eine deutsche teilen sich das internationale Geschäft“, prognostiziert Ackermann. Auch wenn Übernahmen und Fusionen derzeit kein Thema seien, will der Chef der größten deutschen Bank die Kerngeschäfte stärken und vor allem auf dem Heimatmarkt die operativen Erträge steigern. Nur so könne die Deutsche Bank zur internationalen Konkurrenz aufschließen.

„Wir wollen eine Universalbank sein, die aber fokussiert ist“, sagte Ackermann auf einem Bankenkongress in Frankfurt. Dabei will er im Geschäft mit Privatkunden mit der weltgrößten Bank, der Citigroup, gleichziehen. „Wir wollen ebenso wie die Citigroup im Retailgeschäft in Deutschland eine Milliarde Euro verdienen“, so Ackermann. Die Deutsche Bank hat die Schließung von Filialen angekündigt und bereits 3.000 Stellen abgebaut. Im Fusionsgeschäft, Mergers & Acquisitions, und in der Vermögensverwaltung sei das Finanzinstitut global gut aufgestellt und erwirtschafte bereits die Hälfte des Ertrags in den USA.

Auch in der Krise zählt Transparenz

Mit Blick auf die anstehende Konsolidierung der Branche fordert Ackermann eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland. „Wir müssen uns fragen, welche Standortbedingungen nötig sind, damit bei einer Fusion unter Gleichen der Hauptsitz des neuen Instituts in Deutschland sein kann“. Ansatzpunkte sieht Ackermann etwa bei steuerlichen Fragen und bei der Corporate Governance. Die Gestaltung der Unternehmensführung- und kontrolle dürfe nicht vernachlässigt werden. „Gerade in der Vertrauenskrise ist Transparenz außerordentlich wichtig“, sagte Ackermann.

Seitenblick auf andere Branchen riskieren

Im Gegensatz zu Italien oder Spanien stehen die Finanzinstitute in Deutschland noch vor größeren Veränderungen, urteilen Branchenexperten. Mit geringen Marktanteilen und im Verhältnis dazu hohen Kosten erwirtschaften viele Banken derzeit kaum Gewinne und überprüfen deshalb ihre Strategie.. Dabei kann nach Einschätzung von Unternehmensberater Roland Berger ein Blick über die Branchengrenzen nutzen. Denkbar sei es, bestimmte Bereiche wie Distribution oder die Abwicklung von Transaktionen auszulagern, ähnlich wie in der Elektronikbranche Siemens die Fertigung an den Dienstleister Flextronics abgegeben habe. Auch der Wert von Marken spiele für die Banken in der Globalisierung eine immer größere Rolle.

Dabei muss keinesfalls jedes Unternehmen international expandieren, ist Berger überzeugt. Auch wer eine Marktnische besetzt, könne so seine Position behaupten: „Es gibt auch Raum für die Oppenheims dieser Welt“.

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Von Johannes Ritter

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