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Banken Investmentbanken machen sich schlank

08.10.2002 ·  Das Geschäft mit Fusionen und Aktienemissionen liegt brach. Die Investmentbanken läuten die nächste Runde beim Stellenabbau ein.

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Die Einnahmen aus Fusionsberatung und Aktienemissionen sind bei den Investmentbanken auf das niedrigste Niveau seit mindestens fünf Jahren abgesackt. Mit weiteren Stellenkürzungen halten die Wertpapierhäuser dagegen. Jetzt hat Credit Suisse First Boston angekündigt, dass bis zu 1.750 Mitarbeiter, sieben Prozent der Belegschaft, ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Mit den Streichungen will das amerikanische Finanzinstitut die Kosten um 500 Millionen Dollar senken, um auf den größten Geschäftseinbruch seit einem Jahrzehnt zu reagieren, erklärte Konzernchef John Mack. Seit Mack das Ruder übernahm hat CSFB bereits 4.800 Arbeitsplätze und damit 16 Prozent der Belegschaft abgebaut. „Wir sind gezwungen, einige äußerst harte Entscheidungen zu treffen. Die schwierigste davon ist, die Mitarbeiterzahl weiter zu reduzieren,“ sagte Mack, der zuvor erklärt hatte, dass die Bank genügend Stellen gestrichen habe. „Die Marktbedingungen - die bereits sehr schwierig waren - haben sich weiter verschlechtert.“

Aktienkurs am Boden

Der Aktienkurs der Schweizer Credit Suisse Group, der Muttergesellschaft der Investmentbank, ist dieses Jahr um 70 Prozent eingebrochen. Damit bildet sie bei der Performance das Schlusslicht unter den europäischen Bankenwerten. Die Investment Banking- und Versicherungssparten der Credit Suisse schreiben rote Zahlen. Außerdem läuft in den USA eine Untersuchung der Aufsichtsbehörden über die Art und Weise, wie die CSFB Aktien bei Börsengängen zugeteilt hat.

Aber auch die Rivalen von CSFB, darunter Merrill Lynch, J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs haben bereits bei Tausenden von Stellen den Rotstift angesetzt. Insgesamt haben die Häuser von der Wall Street in den letzten 18 Monaten allein in den USA über 54.000 Arbeitsplätze eingespart. Bei Fusionen und Übernahmen landete CSFB in diesem Jahr zwar auf Platz zwei der weltweiten Rangliste. Der Wert der Transaktionen, an denen sie beteiligt war, ist jedoch von 325 Milliarden Dollar auf 133 Milliarden Dollar abgeschmolzen. Das Volumen der Aktienemissionen, bei denen die Bank als Konsortialführer tätig war, fiel von 18,7 Milliarden Dollar auf 14,1 Milliarden Dollar.

Den Bonus „zerreißen“

Mack will mit den jüngsten Stellenstreichungen die Bank wieder in die Gewinnzone zurückbringen. Credit Suisse fuhr im dritten Quartal wahrscheinlich einen Verlust von einer Milliarde Franken (680 Millionen Euro) ein, schätzen Analysten. Der Investmentbanking-Chef von CSFB, Adebayo Ogunlesi, forderte außerdem die Mitarbeiter auf, ihre Verträge „zu zerreißen“, die ihnen garantierte Bonuszahlungen versprechen, verlautete aus unternehmensnahen Kreisen. Mack hat die Gehälter von Mitarbeitern, darunter auch der ehemalige Star-Banker Frank Quattrone, neu ausgehandelt.

Vor kurzem hatte erst die Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) den Abbau von 1.200 Stellen bekannt gegeben. „Es wird bei den Investmentbanken noch weitere Streichungen geben, wenn sich die Wirtschaft nicht bis Mitte nächsten Jahres erholt hat“, schätzt Dirk Bartsch, Fondsmanager beim DIT in Frankfurt.

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