08.07.2010 · Jeder Stresstest ist ein politischer Kompromiss. Denn kein Land will sich mit einem maroden Bankensystem vorführen lassen. Wer also von der bevorstehenden Prüfung der europäischen Großbanken ein Abbild der lauteren Wahrheit erwartet, wird enttäuscht werden. Doch sinnlos sind die Tests deswegen noch lange nicht.
Von Stefan RuhkampDie Ergebnisse hängen von Annahmen und Methoden der Prüfung ab. Und diese sind bislang nicht so gewählt, dass die mäßige Verfassung der Banken vollständig öffentlich wird. So wird zum Beispiel der mögliche Stress auf dem Markt für Staatsanleihen harmloser skizziert, als es sinnvoll gewesen wäre.
Doch ist damit der ganze Stresstest sinnlos? Nein, denn er liefert wichtige Informationen über den Zustand der Banken. Auch wenn das Bild nicht vollständig sein wird, so ist es doch ein Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz.
Die Erfahrungen mit der japanischen Bankenkrise der neunziger Jahre zeigen, dass viele kleine Schritte aus der Misere führen. Der Stresstest - so unvollkommen er sein mag - wird auch das Vertrauen stärken, dass die Staaten im Fall der Fälle bereit sind, ihre Banken mit zusätzlichem Kapital zu versorgen. Das schafft die Voraussetzung, in Zukunft ehrlicher mit den Risiken umzugehen.
Die Banken ein Hemmnis
Johannes Hertrampf (Hertrampf-Johannes)
- 09.07.2010, 09:24 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.154,10 | −1,93% |
| EUR/USD | 1,2397 | +0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 98,39 $ | −3,18% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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