12.11.2008 · Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate braucht für seine Rettung jetzt offenbar auch eine massive Kapitalspritze des Bundes. Im dritten Quartal rutschte die Bank mit 3,1 Milliarden Euro vor Steuern tiefer in die roten Zahlen als erwartet.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist im dritten Quartal wegen einer Abschreibung auf die Tochter Depfa und weiterer Sonderbelastungen tiefer in die roten Zahlen gerutscht als von Experten erwartet. Vor Steuern sei ein Verlust von rund 3,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 237 Millionen Euro im Vorjahr angefallen, teilte die im Dax notierte Bank am Mittwoch in München mit.
Die Hypo Real Estate braucht für seine Rettung jetzt offenbar auch eine massive Kapitalspritze des Bundes. Derzeit verhandle die Bank mit dem Rettungsfonds des Bundes (SoFFin) über umfassende Maßnahmen zur Stützung der Bank. „Diese Unterstützung soll sowohl zusätzlichen Liquiditäts- als auch erheblichen Kapitalbedarf decken“, hieß es in der am Mittwoch in München veröffentlichten Pflichtmitteilung der Bank. Ende Oktober hatte das Institut lediglich mitgeteilt, dass im Rahmen des 500 Milliarden Euro schweren Rettungspakets „etwaige Kapitalmaßnahmen“ in Anspruch genommen werden. Fortschritte konnte die Bank bei der vor dem Rettungsschirme der Regierung extra ausgehandelten Kreditlinie von Privatbanken über 50 Milliarden vermelden.
Kredit allein reicht nicht mehr
Doch diese reicht offenbar bei weitem nicht aus. Am Mittwoch hieß, dass die weitreichende Unterstützung des Rettungsfonds inklusive der Kapitalspritze „Grundlage für eine notwendige Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe ist“.
Auf den im Jahr 2007 für rund fünf Milliarden Euro übernommenen irischen Staatsfinanzierer Depfa musste die HRE rund 2,5 Milliarden Euro abschreiben. Zudem musste die Hypo Real Estate wegen des Zusammenbruchs von Lehman Brothers, der Situation in Island, einer erneuten Abschreibung auf die Beteiligung an Babcock & Brown sowie weiterer Wertverluste bei spekulativen Wertpapieren Belastungen von 600 Millionen Euro verbuchen.
Zudem seien mit Blick auf die Verschlechterung der Immobilienmärkte die Portfolio-Wertberichtigungen um rund 100 Millionen Euro erhöht worden. Die Kernkapitalquote der Hypo Real Estate Group betrug den Angaben zufolge Ende September 6,8 Prozent nach 8,2 Prozent Ende Juni. Die Bank verschob zudem die Veröffentlichung des kompletten Quartalsbericht vom heutigen Mittwoch auf den kommenden Montag (17. November).
Weitere Belastungen erwartet
Auch im vierten Quartal 2008 und im kommenden Jahr rechnet der Immobilienfinanzierer mit weiteren Ergebnisbelastungen. Als Grund nannte HRE die Kosten für die Überbrückungskredite der Bundesbank, die 50 Milliarden Euro hohe Kreditlinie eines Finanzkonsortiums und der Bundesbank, die teilweise vom Bund garantiert wird, sowie Liquiditäts- und Kapitalhilfen aus dem Rettungsschirm der Regierung. Die Hypo Real Estate rechnet zudem mit Aufwendungen für den Konzernumbau in noch nicht genannter Höhe. Außerdem bleibe das Marktumfeld schwierig.
Die Hypo Real Estate hatte Ende Oktober als erste Privatbank angekündigt, den Rettungsschirm der Regierung nutzen zu wollen. Inzwischen hat auch die Commerzbank Kapital und Liquidität innerhalb des Rettungsschirms beantragt. Zudem wollen auch zahlreiche Landesbankendas Paket nutzen. Das Rettungspaket der Bundesregierung war notwendig, weil sich die Banken untereinander kein Geld mehr leihen und dadurch eine wichtige Stütze der Finanzierung der Banken verloren ging.
Kein Geld für diese Bank
hans maier (cashdg99)
- 12.11.2008, 10:14 Uhr
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