http://www.faz.net/-gqe-901v6

Wegen Strafzinsen : Banken horten immer mehr Bargeld

  • Aktualisiert am

Stapelbar: ein Geldpaket von 50-Euro-Scheinen Bild: dpa

Um Strafzinsen zu entgehen, bunkern die deutschen Banken immer mehr Banknoten in ihren Tresoren. Das Gewicht der Scheine beträgt mehrere Tonnen.

          Deutsche Banken bunkern immer mehr Bargeld, um die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu vermeiden. „Innerhalb der letzten zwei Jahre haben die deutschen Kreditinstitute zehn Milliarden Euro in ihren Tresoren zusätzlich gelagert, um Negativzinsen zu entgehen“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele dem „Tagesspiegel“. „Ich erwarte, dass diese Entwicklung weitergehen wird.“

          Die EZB verlangt von Geschäftsbanken seit Sommer 2014 Strafzinsen, wenn diese Geld über Nacht bei ihr parken. Seit Frühjahr 2016 liegt der Satz bei 0,4 Prozent. Die Währungshüter wollen Banken auf diese Weise dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln. Die Kreditnachfrage deutscher Unternehmen ist aber geringer als das Angebot der Banken, viele Institute müssen Kunden-Einlagen daher bei der EZB parken. „Wenn das Geld als Zahlungsmittel auf den Konten der jeweiligen Zentralbank gehalten wird, müssen sie 0,4 Prozent Zinsen zahlen. Wenn das Geld bar im Tresor liegt, nicht“, erläuterte Thiele.

          Doch das Horten des Bargelds im Tresor ist mit vielen Herausforderungen verbunden und auch nicht kostenlos. Eine Milliarde Euro in 200-Euro-Scheinen wiegt mehr als fünf Tonnen. Ob es für Finanzinstitute Sinn macht, solche Mengen in den eigenen Tresoren zu bunkern, hängt von den Kosten für den Transport, die Lagerung und die Versicherung des Geldes ab.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Ribéry vor Gericht Video-Seite öffnen

          Vom Ex-Berater verklagt : Ribéry vor Gericht

          Für den Bayern-Profi geht es um viel Geld: 3,45 Millionen Euro fordert sein Ex-Berater Bruno Heiderscheid. „Wechselgeld“ - für den Transfer von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille 2005.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Roy Moore : Missbrauchsvorwürfe? Und wenn schon!

          Roy Moore will heute gegen den Willen des republikanischen Establishments Senator von Alabama werden. Der Missbrauchsskandal hat ihm geschadet, trotzdem hat er gute Chancen die Wahl zu gewinnen – auch weil eine Wählergruppe zu ihm hält, von der man es nicht erwartet hätte.

          Netflix veralbert seine Nutzer : Guckloch

          „Wer hat euch verletzt?“: Das Streamingportal Netflix forscht seine Nutzer aus und macht auf Twitter auch noch Witzchen darüber. Das kommt gar nicht gut an.
          Nicht nur Julia Klöckner lehnt ein Kooperationsmodell ab, auch andere führende Unionspolitiker haben für den Vorschlag wenig Begeisterung übrig.

          Kooperationsmodell : Union lehnt „KoKo“ ab

          Bei den Genossen wird der Vorstoß vom linken Parteiflügel intensiv diskutiert. Was der SPD wie eine echte Alternative scheint, stößt bei der Union jedoch auf wenig Begeisterung.
          Hemmungslose Bereicherung? Grasser und Plech im Gerichtssaal

          FPÖ-Schmiergeldaffäre : Wo woar mei Leistung?

          Einst galt Karl-Heinz Grasser als schillernde Gestalt der FPÖ. Nun wird dem Politiker vorgeworfen, systematisch an der Einwerbung von Schmiergeldern beteiligt gewesen zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.