Die Investmentbanker von Goldman Sachs sind steinreich und hochintelligent. Sie wissen das. Und deshalb glauben sie ihren Beratern, dass es eine gute Idee ist, den normalen Menschen zu erklären, womit Goldman Sachs sein vieles Geld verdient.
Aber sie haben Schwierigkeiten damit, sich auf dieses vermeintlich niedrige Niveau zu begeben. Sie scheitern daran, verständlich zu vermitteln, warum es tatsächlich sinnvoll war, das Finanzsystem mit Milliarden Steuergeldern zu retten.
Entlarvender Jargon
Und sie versagen erst recht darin, sympathisch zu erläutern, warum es in einer Gesellschaft, die nach dem Leistungsprinzip funktioniert, Anreize für erfolgreiche Menschen geben darf. Ihr Problem ist, dass die genialen Führer von Goldman Sachs, von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, zu leicht reizbar sind und dann in einen entlarvenden Jargon verfallen.
Wenn der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, sein Tun in letzter Konsequenz sehr aggressiv damit rechtfertigt, er verrichte „Gottes Werk“, hat er in seiner Hybris nicht begriffen, was die Menschen wirklich über Goldman denken - und dass Gott kein Gott des Geldes, sondern der Nächstenliebe ist.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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