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Banken Die Krise geht weiter

14.07.2008 ·  Die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Kollaps der Bank Indy-Mac, die Hypotheken an Kunden vergeben hat, ohne die üblichen Sicherheiten zu verlangen, war abzusehen. Es wird nicht der letzte gewesen sein.

Von Norbert Kuls
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Die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Mitte März war es der Fast-Kollaps und Notverkauf der fünftgrößten Investmentbank Bear Stearns gewesen, der an der Wall Street für das große Zittern sorgte. Jetzt ist es der Zusammenbruch einer mittelgroßen Hypothekenbank in Kalifornien und die Wackelpartie bei den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Der Kollaps einer Bank, die Hypotheken an Kunden vergeben hat, ohne die üblichen Sicherheiten zu verlangen, war abzusehen. Es wird nicht der letzte gewesen sein.

Das gilt besonders für unabhängige Banken in Regionen wie Kalifornien oder Florida, wo der spekulative Aufschwung des Häusermarktes am größten war und das Platzen der Blase jetzt am schlimmsten schmerzt. Für noch größere Verunsicherung sorgt aber die Angst um eine Schieflage bei Fannie und Freddie. Diese Giganten stehen im Zentrum des amerikanischen Hypothekenmarktes. Als private, börsennotierte Unternehmen mit staatlichem Auftrag, das Wohneigentum zu fördern, garantieren sie die Hälfte der amerikanischen Hypotheken. Wenn sich Hypothekenbanken nicht mehr bei ihnen refinanzieren könnten, würde der angeschlagene Häusermarkt zusammenbrechen - mit desaströsen Auswirkungen auf die amerikanische und die globale Konjunktur.

Die Staatsgarantie ist Kern des Problems

Die amerikanische Regierung kann und wird Fannie und Freddie deswegen nicht zusammenbrechen lassen. Aber diese implizite Garantie ist der Kern des Problems. Die beiden Konzerne mussten deswegen in der Vergangenheit weniger Kapital vorhalten als traditionelle Banken. Das hatte dazu geführt, dass die auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaften zu viel Risiken auf sich genommen haben. Milliarden-Verluste sind die Konsequenz.

Bisher versuchen Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke die Finanzmärkte zu beruhigen. Es bleibt abzuwarten, ob Worte reichen, eine Eskalation der Vertrauenskrise abzuwenden, oder ob die Steuerzahler als Retter eingreifen müssen. Denn die Glaubwürdigkeit der Finanzmarktaufseher schwindet. Immerhin hatten Paulson und Bernanke zunächst geglaubt, dass die Krise auf das Segment der zweitklassigen Subprime-Hypotheken beschränkt sei. Kurz vor dem Niedergang von Bear Stearns hieß es, dass die Wall- Street-Bank über ausreichend Kapital verfüge. Es ist offensichtlich, dass die Rolle von Fannie und Freddie und deren Aufsehern überdacht werden muss. Bis dahin müssen Paulson und Bernanke weiter improvisieren.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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