29.10.2004 · Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal dank einer rückläufigen Risikovorsorge und gesunkener Verwaltungskosten mehr verdient als von Analysten erwartet. Der Gewinn vor Steuern stieg 33 Prozent.
Die Deutsche Bank hat die jüngste Börsenflaute im operativen Geschäft deutlich zu spüren bekommen, verdiente aber im dritten Quartal dank einer rückläufigen Risikovorsorge für faule Kredite und gesunkener Verwaltungskosten mehr als von Analysten erwartet.
Der Nettogewinn betrage für Juli bis September 680 Millionen Euro, was einem Anstieg um 3,6 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal und einem Plus um 18 Prozent zum Vorjahreswert entspreche, teilte Deutschlands größte Bank am Freitag mit.
Risikovorsorge deutlich zurückgefahren
17 von Reuters befragte Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Gewinnrückgang nach Steuern auf 537 Millionen Euro gerechnet, wobei ihre Schätzungen in einer Spanne von 445 bis 685 Millionen Euro lagen. Die Deutsche Bank profitierte zudem von dem im Vergleich zum Vorquartal etwas niedrigeren Steueraufwand. Das Geldhaus kam vor Steuern auf 1,0 (Vorquartal 1,161) Milliarden Euro - schlug aber auch bei dieser Kennzahl die Analysten-Prognosen von 892 Millionen Euro. Die Risikovorsorge für faule Kredite wurde im abgelaufenen Quartal noch deutlicher als erwartet zurück gefahren auf 83 (Q2: 155) Millionen Euro.
Insgesamt ließ die Dynamik auf der Ertragsseite weiter nach: Die Gesamterträge lagen mit 5,056 Milliarden Euro nicht nur klar unter den 5,4 Milliarden Euro des zweiten Quartals, sondern blieben sogar hinter dem Vorjahreswert von 5,161 Milliarden zurück. Dagegen treibt Bankchef Josef Ackermann immerhin seinen Sparkurs voran: Die Verwaltungsaufwendungen wurden auf 3,967 (Q2: 4,079) Milliarden Euro gedrückt.
Rückgänge im operativen Geschäft weniger dramatisch
Die prozentualen Rückgänge zum Vorquartal im operativen Geschäft - also Eigenhandel, Provisions- und Zinsüberschuß - waren nicht so dramatisch wie bei einigen amerikanischen Konkurrenten. Der Provisionsüberschuß betrug den Angaben zufolge 2,289 (Q2: 2,368) Milliarden Euro, im Eigenhandel wurden 1,273 (1,416) Milliarden verdient und der Zinsüberschuß betrug 1,158 (1,459) Milliarden Euro.
Den Investoren hat die Kursentwicklung der Deutsche-Bank-Aktie in diesem Jahr bislang wenig Freude bereitet. Die Papiere gaben seit Jahresbeginn um mehr als zehn Prozent nach, während der Europäische Bankensektor vier Prozent zulegte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2479 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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