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Banken Deutsche Bank kauft Vermögensverwalter

28.12.2004 ·  Die Deutsche Bank kauft den Vermögensverwalter Wilhelm von Finck und stärkt damit ihr Geschäft mit besonders vermögenden Kunden. Derzeit betreut das Haus rund eine Milliarde Euro Kundenvermögen.

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Die Deutsche Bank hat den Vermögensverwalter Wilhelm von Fink gekauft. Die Transaktion werde voraussichtlich zum 3. Januar wirksam, teilte die Deutsche Bank am Dienstag mit. Wilhelm von Finck solle auch weiterhin als eigenständige Gesellschaft und unter eigenem Namen bestehen bleiben. Derzeit betreue das Haus rund eine Milliarde Euro Kundenvermögen.

Wilhelm von Finck betreut den Angaben zufolge große und komplexe Familienvermögen in den Bereichen Vermögensanlage und -controlling. Die Deutsche Bank wolle mit der Übernahme unter anderem den Bereich Family Office stärken.

Service soll eigenständig fortgesetzt werden

“Wir fühlen uns der Tradition und dem guten Namen des Hauses Wilhelm von Finck verpflichtet. Deshalb haben wir vereinbart, den bewährten Service eigenständig fortzusetzen“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsleitung Deutsche Bank Private Wealth Management Deutschland, Johannes Baratta.

Eberhard Buschmann, Vorstand der Wilhelm Finck AG, sieht die Vorteile der Übernahme in der Verbindung aus einem eigenständigen Family Office und dem Know-how sowie der Leistungspalette eines internationalen Finanzdienstleisters. Die Anzahl der betreuten Familien beziffert er im Gespräch mit Dow Jones Newswires auf deutlich unter 100, ansässig in Süddeutschland. Bis vor fünf Jahren sei der Vermögensverwalter ein sogenanntes Single-Family-Office für die Familie von Finck gewesen, die auch Eigentümer des Hauses waren. Danach sei das Geschäft auch für andere wohlhabende Familien geöffnet worden.

Auf den Spuren der UBS

Analyst Konrad Becker von der Münchener Privatbank Merck Finck sagte, die Akquisition passe in die Strategie der Deutschen Bank. Der gute Name des neuen Vermögensverwalters könne vielleicht Unternehmer ansprechen, auch ihr Privatvermögen von der Deutschen Bank verwalten zu lassen. Den Kaufpreis schätzt Becker auf 20 bis 30 Millionen Euro - zwei bis drei Prozent des verwalteten Vermögens und damit eine relativ unbedeutende Summe für die Frankfurter Großbank.

Im Geschäft mit Superreichen hatte zuletzt vor allem die Schweizer Bank UBS für Aufsehen gesorgt. Der mit einem Kundenvermögen von rund 1.500 Milliarden Euro weltgrößte Vermögensverwalter hatte Ende November in Deutschland die Sauerborn Trust AG aus Bad Homburg übernommen. Sauerborn kümmert sich mit 90 Mitarbeitern um rund 100 Familiengesellschaften und Familien, die auf ein Kundenvermögen von mehr als sechs Milliarden Euro kommen. Kurz vor Weihnachten hatte die UBS dann von der Dresdner Bank, die zum Allfinanzkonzern Allianz gehört, das Lateinamerikageschäft erworben und damit ihre Einkaufstour im Bereich Vermögensverwaltung fortgesetzt.

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Von Heike Göbel

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