29.04.2005 · Nach dem deutlichen Gewinnsprung im ersten Quartal hat die Deutsche Bank ihr Renditeziel für 2005 bekräftigt. Zum Stellenabbau sieht Vorstandssprecher Ackermann keine Alternative.
Getrieben von einer guten Entwicklung an den Märkten hat die Deutsche Bank im ersten Quartal einen Gewinnsprung verbucht und ihr Renditeziel für 2005 bekräftigt. Der wegen des Abbaus tausender Stellen heftig kritisierte Vorstandschef Josef Ackermann verteidigte erneut die Arbeitsplatzstreichungen.
Alle wesentlichen Maßnahmen zur Restrukturierung und Kostenreduzierung seien umgesetzt oder in die Wege geleitet worden, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Freitag in Frankfurt mit. „Die Restrukturierungsaufwendungen in Verbindung mit der Anpassung der Konzernstruktur sind geringer als erwartet ausgefallen. Die mit der Neuausrichtung verbundenen Ziele bleiben jedoch unverändert.“ Die Deutsche Bank will vor Steuern und Restrukturierungskosten 2005 eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent erzielen.
Schmerzhaft aber ohne Alternative - sagt Ackermann
Um dieses Ziel zu erreichen, hatte Ackermann im Februar den Abbau von rund 6.400 Stellen weltweit - darunter netto 1920 in Deutschland - angekündigt. „Zur langfristigen Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit werden wir dort an der Verbesserung unserer Kosteneffizienz arbeiten, wo noch Nachholbedarf besteht", unterstrich Ackermann am Freitag. „Dieser Herausforderung müssen wir uns weiterhin stellen. Die Maßnahmen sind schmerzhaft, aber wir haben keine Alternative.“
Einige Politiker hatten zum Boykott der Bank aufgerufen. Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas hatte Ackermann angesichts des starken ersten Quartals am Donnerstag aufgefordert, auf den geplanten Stellenabbau zu verzichten.
Prognosen der Analysten übertroffen
Schon am Donnerstag hatte die Bank die zentralen Kennzahlen für das Auftaktquartal veröffentlicht und unter dem Strich einen Gewinn von 1,103 (Vorjahr 941) Milliarden Euro ausgewiesen. Damit übertraf das Institut die Prognosen der Analysten um rund 300 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern und Restrukturierungslasten lag mit 33 Prozent klar über den für das Gesamtjahr angepeilten 25 Prozent. Die Gesamterträge kletterten um sieben Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.
„Der Ertrags- und Ergebniszuwachs wurde fast ausschließlich im Ausland erzielt", hieß es. „Während dort die Bedingungen im Berichtsquartal relativ günstig waren, stellte uns die schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland vor besondere Herausforderungen.“
Getrieben wurde das gute Abschneiden im Quartal vor allem durch das Handelsergebnis. Es stieg um 376 Millionen auf 2,41 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,87 Milliarden Euro gerechnet. Der Zinsüberschuß nach Risikovorsorge erhöhte sich auf 1,35 (Vorjahr: 1,27) Milliarden Euro. Beim Provisionsüberschuß ergab sich ein Rückgang auf 2,33 (2,40) Milliarden Euro.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft bezifferte die Deutsche Bank auf 94 (123) Millionen Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2479 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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