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Banken Dauerbaustelle Dresdner Bank

23.06.2006 ·  Die Dresdner Bank hat eine Umstrukturierungs- und Wachstumsinitiative angekündigt. Die Eigenkapitalrendite soll auf 12 Prozent steigen. Doch nach jahrelangen Anstrengungen der Bank, die Kosten zu senken, ist die Skepsis groß, ob die neuerlichen Maßnahmen greifen.

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Die Dresdner Bank hat eine breitangelegte Umstrukturierungs- und Wachstumsinitiative angekündigt. Die Maßnahmen sollten dazu dienen, von 2008 an eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften, sagte Vorstandssprecher Herbert Walter auf einer Pressekonferenz. "Mit unserem neuen Geschäftsmodell wollen wir wachstumsstärker und kostengünstiger werden."

In der Fachwelt ist die Initiative, mit der die Bank dem Vorbild anderer deutscher Großbanken in mancherlei Hinsicht folgt, insgesamt positiv, verschiedentlich aber auch mit einiger Skepsis aufgenommen worden. "Das hätte sie schon vor Jahren tun müssen", kommentierte Lucio Di Geronimo, ein Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, die Pläne der Bank, die zum Allianz-Konzern gehört.

Ziel: Deutschlands Marktführer im „Private Banking“

Stoßrichtung des künftigen "integrierten Geschäftsmodells" sei, daß sich die Bank besser auf ihre Kunden und deren Bedürfnisse fokussieren könne, stellte Walter heraus. Im Privatkundengeschäft wird dazu der Vertrieb gestärkt, indem die Filialmitarbeiter von administrativen Arbeiten entlastet werden. Dazu werden diese Arbeiten gestrafft und überregional noch stärker gebündelt. Filialmitarbeiter sollen dadurch in zwei Jahren in der Lage sein, statt wie derzeit die Hälfte dann 60 bis 70 Prozent ihrer Arbeitszeit der Beratung und Bedienung von Privatkunden zu widmen.

Die Bank hofft, damit die Zahl ihrer Kunden bis 2008 von 5,8 auf 6,5 Millionen zu erhöhen, was einem Kundenmarktanteil in Deutschland von 10 Prozent entsprechen würde. Im "Private Banking" für gehobene Kundenansprüche will die Bank nach Walters Worten deutscher Marktführer werden.Dazu werde man diese Dienste künftig nicht nur an 120, sondern an 400 Standorten anbieten.

Kreditabwicklung trifft die Rationalisierung hart

Auch die rund 250.000 Mittelstandskunden der Bank werden demnächst statt von 120 von 400 Standorten aus betreut, und zwar von der neu aufgestellten Einheit Privat- und Firmenkunden. Diese Einheit könne in Zukunft sowohl die privaten als auch die geschäftlichen Bedürfnisse dieser Kunden aus einer Hand bedienen, stellte Walter heraus. Dieser Einheit werden auch rund 10.000 der insgesamt 12.000 Firmenkunden zugeordnet. Die übrigen 2000 meist größeren Kunden werden in Zukunft von der Investmentbank "Dresdner Kleinwort" betreut. Auch die Investmentbank solle stärker auf die Kunden ausgerichtet und "wieder zu einem Wachstumsmotor der Bank" werden, sagte Walter.

Für die Geschäftsabwicklung wird eine eigene Einheit "Business Services" geschaffen. Von den insgesamt 2480 Vollzeitarbeitsplätzen, die abgebaut werden sollen, würden 1200 in der Kreditabwicklung rationalisiert, sagte Walter, der Rest in den zentralen und regionalen Steuereinheiten - aber keine im kundennahen Vertrieb. Vom Arbeitsplatzabbau entfallen nach den Plänen 500 auf Tochtergesellschaften im In- und Ausland und 300 auf die neue Investmentbank. Die Details des Stellenabbaus sollten noch mit den Betriebsräten ausgehandelt werden, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Man hoffe, das Programm vom vierten Quartal an umsetzen zu können. Die Bank schätzt, daß die Maßnahmen die jährlichen Kosten bis 2008 um 250 Millionen Euro senken, hingegen die Erträge um 350 Millionen erhöhen werden.

Skepsis auf Analysten-Seite

Analyst Di Gironimo sieht das skeptisch. Die Dresdner Bank habe ihre Kosten schon seit 2001 deutlich vermindert, dennoch sei das Aufwands-Ertrags-Verhältnis im Jahre 2005 mit 90 Prozent immer noch ähnlich hoch gewesen wie 2001. Das deute darauf hin, daß die Bank in diesem Zeitraum operative Erträge verloren habe. Ein weiteres Kostensenkungsprogramm werde zu weiterer Unruhe bei den Mitarbeitern führen - und damit auch bei den Kunden. Robert Mazzuoli, ein Versicherungsanalyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, zeigte sich bezüglich der Ertragssynergien skeptisch, da der deutsche Markt von zunehmenden Konkurrenzdruck gekennzeichnet sei. Es sei daher fraglich, ob Marktanteile gewonnen werden könnten. Mit der neuen Aufstellung halte sich die Bank die Option offen, Teile der Servicebereiche wie auch der Investmentbank eines Tages auszugliedern, sollten die selbstgesetzten Ertragsziele nicht erreicht werden, meint Mazzuoli. Bankchef Walter stellte hingegen mehrfach heraus, daß die neue Aufstellung auf eine stärkere Integration der Bank ziele.

Quelle: bf., F.A.Z., 23.06.2006, Nr. 143 / Seite 16
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