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Banken Axel Weber fordert einheitliche Regulierung

Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber wünscht sich für auf der ganzen Welt tätige Banken nicht zu strenge, dafür aber einheitliche Regeln. Er fordert außerdem eine ethisch vertretbare Entlohnung.

© AFP Vergrößern Alex Weber, der Verwaltungsratschef der UBS, in Davos

Axel Weber, der Verwaltungsratsvorsitzende der Schweizer Bank UBS, hat klare Wünsche an die Zukunft des Weltfinanzsystems: „Wir brauchen für die Banken auf der Welt gleiche Spielregeln. Wir müssen uns endlich auf globale Standards für global tätige Banken einigen“, forderte Weber auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

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Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank erinnerte die Banken zudem daran, dass es mit Entlohnungs- und Bonifragen ein weites Feld der eigenen Tätigkeit gebe, in dem die Regulierer bisher fast gar nicht eingegriffen hätten. „Wenn wir wollen, dass das so bleibt, müssen wir hier selbst Standards einführen, die in den Augen der Gesellschaft akzeptiert werden“, sagte Weber. Geschehe dies nicht, sei es wahrscheinlich, dass die Banken auch in diesem Punkt ihre Freiheiten verlören.

Harsche Kritik übte Weber an der Politik zur Bewältigung der Finanz- und Staatsschuldenkrise insgesamt - und warnte davor, die Rolle der Notenbanken in diesem Umfeld zu überschätzen. Notenbanken könnten stets nur eine eher kurzfristige Überbrückungshilfe leisten: „Damit kann man sich Zeit kaufen, um seine Schulden zu reduzieren, die strukturellen Probleme können Notenbanken mit ihren geldpolitischen Instrumenten aber niemals lösen.“

„Also, wer wird es machen?“

So sei es von den Notenbanken richtig gewesen, in der unmittelbaren Krise in den Jahren zwischen 2007 und 2010 flexibel zu helfen. Längst aber hätte man sich nach Webers Ansicht sehr viel stärker mit der Behebung der Ursachen der Ungleichgewichte - zum Beispiel in Europa - befassen sollen, als dies immer weiter in die Zukunft zu verschieben.

Das damit verbundene Umfeld langfristig extrem niedriger Zinsen führe zu einem ungelösten Problem, vor allem dann, wenn die Regulierung zu scharf werde: „Wer wird künftig noch langfristig Investitionen finanzieren wollen?“ Für die Banken würden die Kapitalkosten durch die Ansprüche der Regulierer rund um Basel III immer höher, die Versicherungen hätten auch immer weniger Lust auf solche Engagements. „Also, wer wird es machen?“, fragte Weber. Auf dem Podium fiel den anderen Anwesenden die Antwort schwer - allerdings zeigte sich deutlich, dass manche von der Zukunft ihrer Branche ganz andere Vorstellungen haben als Weber.

James Dimon, der Vorstandsvorsitzende der amerikanischen Bank JP Morgan Chase, zum Beispiel hat keine Schwierigkeiten mit einer lockeren Geldpolitik und hofft, dass das amerikanische Modell des „quantitative easing“ der Notenbank Fed einmal als eine wahre Großtat in die Geschichtsbücher aufgenommen wird. Auch eine auf der Welt einheitliche Regulierung hielten andere Teilnehmer nicht für realistisch: Schwellenländer hätten in dieser Hinsicht vollkommen andere Interessen als zum Beispiel europäische Banken, sagte Tidjane Thiam, der Vorstandsvorsitzende des britischen Finanzdienstleisters Prudential, der mit seinen Geldanlagen sehr stark in Schwellenländern wie Vietnam engagiert ist.

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Amerikanische Banken sind ohnehin vom Basel-III-Regelwerk nicht begeistert - und Dimon beklagte zudem, dass selbst die Regulierung in seinem eigenen Land eher unübersichtlicher als einheitlicher werde. In Amerika sei die Aufsicht über viele Fragen des Bankgeschäfts regelrecht diversifiziert worden. Dimon wiederholte selbstbewusst seine These, dass die Banken aus den Fehlern der Vergangenheit ohnehin reichlich gelernt hätten: „Bei uns machen alle einen tollen Job.“

Weitgehende Einigkeit bestand hingegen darin, dass es nicht die Größe der Banken als solche ist, die für die Finanzmärkte gefährlich sein könnte, sondern die Frage, wie gut oder schlecht die Regulierungsthemen gelöst würden. Insgesamt werde zu lange über Regeln diskutiert, die dann ihrer Zeit schon wieder hinterherhinkten. Die derzeitige Situation in Europa fasste Weber so zusammen: „Das Geld der Einlagenkunden wird vom Regulierer immer schärfer geschützt, der Rest des Bankgeschäfts wird heruntergefahren. Das führt zu einer Verlagerung dieses Geschäfts zu unregulierten Schattenbanken.“ Damit sind in der Regel Unternehmen gemeint, die Finanzgeschäfte betreiben, aber keine Kreditinstitute sind, wie zum Beispiel Hedgefonds und Private-Equity-Fonds.

Diese Branchenvertreter müssen nach Ansicht von Weber auch so lange keine härtere Regulierung befürchten, solange sie auf das klassische Einlagengeschäft verzichteten und nicht an die Börse strebten. Paul Singer, Gründer und Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Hedgefonds Elliott kann daran nichts Verwerfliches finden: „Schließlich geht von uns auch kein systematisches Risiko für die Märkte aus.“ Auf Webers Bemerkung zu den Entlohnungsfragen der Banker ist übrigens kein einziger seiner Mitdiskutanten eingegangen.

Quelle: F.A.Z.

 
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