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Veröffentlicht: 14.03.2017, 15:54 Uhr

Der Balance-Akt Mein Feind, der Hund

Hunde sind die neuen Kinder. Und die Herrchen die neuen Helikoptereltern. Wie stoppt man den Irrsinn rund um den Hund?

von

Kürzlich wollten wir ins Ina Müller-Konzert. Obwohl wir früh aufgebrochen sind, kamen wir zu spät. Schuld war Martin Rütter, der Hundeflüsterer, der in einer anderen Halle um die Ecke auftrat. Der Andrang Tausender – vorwiegend weiblicher – Hundefans brachte den Verkehr zum Erliegen. Jetzt mag ich Hunde, bin aber kein Hundenarr, und frage mich, warum Menschen lieber jemandem zuhören, der sich darüber lustig macht, wie bescheuert sie mit ihren Vierbeinern umgehen, als der phantastischen Ina Müller.

Bettina Weiguny Folgen:

Das muss Liebe sein. Um uns herum bekommen momentan alle Menschen Hunde, manchmal einen ganzen Wurf. Eine Lebensphase zuvor drehte sich alles um die eigenen Kinder, jetzt krabbeln überall Hundebabys umher. Kleine und große, wuschelige und borstige, süße und weniger süße. Aber wehe, man sagt etwas gegen das neue Familienmitglied! „Musste es denn unbedingt ein Chihuahua sein?“, frage ich nie wieder. Auch bezeichne ich weder Dackel, Mops noch Pudel als „Oma“-Hunde und selbstverständlich sind französische Bulldoggen phantastische Familienhunde, überaus athletisch, konzentriert und auch so verspielt.

Leider gehöre ich als Joggerin zu den natürlichen Feinden von Hund und Herrchen. Da fällt mir immer wieder auf, dass es kaum noch „normale“ Hunde gibt. Sie sind entweder erziehungsresistent, verhaltensauffällig oder hyperaktiv. Also irgendwie gestört. Gegenüber Hundefreunden spreche ich lieber von „sensibel“ oder „hochbegabt“. Denn jeder Hund ist toll und einzigartig und verdient nur das Beste – das beste Deluxe-Futter, „Bio-Rind mit Karotte und Hagebutte“ oder frisch vom Metzger („Alles andere verträgt er nicht“). Im Regen braucht er Schutzkleidung und im Dunkeln ein Leuchthalsband, er muss regelmäßig zum Friseur und zum Arzt. Die medizinische Versorgung bis hin zur Zahnpflege wird eh immer wichtiger.

In unserem Nachbarstädtchen hat gerade eine Tierklinik aufgemacht, so was habe ich noch nicht gesehen. Ein Luxus-Neubau mit Bäumen und Blumen drum herum, alles vom Feinsten. 130 hochqualifizierte Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der kleinen Patienten, mit Auslaufboxen, Kletterwänden und modernstem OP-Schnickschnack.

Wenn Hannes sich das nächste Mal beim Schnitzen in den Finger sägt, fahre ich erst mal dort hin.

Merkels Überschriften

Von Heike Göbel

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