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Der Balance-Akt : Die Katze und der Roboter

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Wer schreibt die Kolumne hier: Mensch oder Roboter? Fragen wir die Bundesagentur für Arbeit, die weiß es...

          Das Internet nervt. Immer häufiger werde ich dort gefragt, ob ich ein Roboter sei. Wie dumm kann man sein? Natürlich bin ich echt. Aber weiß die Software das, glaubt sie mir?

          Ich klicke jedes Mal auf „nein“ und hoffe, der Computer akzeptiert die Antwort ohne Einwände. Tut er aber nicht, der gemeine Hund. Stattdessen stellt er mich auf die Probe: Ich muss jedes Mal aus verschiedenen Fotos all diejenigen heraussuchen, auf denen ein lachendes Kind zu sehen ist, eine Katze oder ein Verkehrsschild.

          Ich hasse diese Tests. Sie machen mir Angst. Was passiert, wenn ich ein Stoppschild oder eine Katze übersehe und der Computer mich als Roboter einstuft? Wie kann ich ihm das Gegenteil beweisen? Manchmal kommen mir selbst Zweifel: Bin ich noch ein Mensch, oder tippt hier schon ein Roboter?

          Zu Ihrer und meiner eigenen Beruhigung: Hier ist keine intelligente Software am Werk! Die Kolumne wird Woche für Woche von einem Menschen aus Fleisch und Blut verfasst. Das habe ich schwarz auf weiß. Dank sei der Bundesagentur für Arbeit! Die hat ein Webportal entwickelt, wo Sie prüfen können, wie sicher Ihr Arbeitsplatz ist. Das ist super. Für 4000 verschiedene Berufe geben die Experten aufs Prozent genau an, inwieweit die Tätigkeit heute schon von einem Computer erledigt werden kann beziehungsweise wie groß die Gefahr ist, dass eines Tages Maschinen die Arbeit ausführen.

          „Job-Futuromat“ heißt das allwissende Portal, es sagt einem genau, welche Stellen Potential haben und welche als Nächstes wegfallen. Wir haben dieses Wunderwerk mit unserer großen Tochter studiert. Diese lümmelt seit ihrer letzten Abitur-Prüfung – welche schon über eine Woche zurückliegt – planlos zu Hause herum. So geht das nicht weiter, findet mein Mann, ein bekennender Schwabe. Und wir sind tatsächlich fündig geworden für Jule: Wer heute nach einer Wachstumsbranche sucht und einen sicheren Traumjob ansteuern will, muss Industrie-Archäologe werden! Wer hätte das gedacht. Der Berufsstand boomt, die Zahl der Beschäftigten explodiert – plus 17 Prozent in fünf Jahren – auf ganze 796 Vollzeitbeschäftigte, sagt der Futuromat. Null Prozent der Tätigkeiten können demnach maschinell erstellt werden. Auch die klügste Software kann halt nicht graben oder gefundene Werkzeuge in den kulturhistorischen Kontext setzen. Computer tun sich ja schon schwer, Katzen oder Stoppschilder auf Fotos zu erkennen. Auch mein Job ist sicher, habe ich gelernt: Computer sind zu doof, um Kolumnen zu schreiben.

          Quelle: F.A.S.

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