27.11.2007 · Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zeigt sich versöhnlich - vor allem mit Transnet und GDBA. Er lockt mit der Aussicht auf Lohnzuwächse von 100 Millionen Euro in den nächsten Jahren. Angesichts einer möglichen Verständigung der Bahn mit den anderen Gewerkschaften verschärft die GDL den Ton.
Die Bahn und die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen bei der neuen Lohnstruktur für den Konzern bis Ende der Woche Fakten schaffen. Die Verhandlungen seien auf der Zielgeraden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, am Dienstag zum Auftakt einer neuen Gesprächsrunde in Berlin.
Er sei zuversichtlich, dass es in den nächsten Tagen ein Ergebnis geben werde, sagte Mehdorn. Der Konzern habe allen Gewerkschaften, auch der GDL, ein Paket von rund 100 Millionen Euro für die nächsten Jahre angeboten. Dieser Betrag müsse nun im Detail festgeschrieben werden. Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und hatte eine Beteiligung an den Strukturverhandlungen abgelehnt.
„Stimmung der Eisenbahner fast am Überkochen“
Auch die größte Bahngewerkschaft Transnet und die GDBA streben bis Ende der Woche konkrete Ergebnisse bei der neuen Lohnstruktur an, die für alle tariflich gebundenen Arbeitnehmer gelten soll. Beide warfen der Lokführergewerkschaft GDL vor, die Verhandlungen über das neue Tarifsystem durch ihr Ausscheren verzögert zu haben.
Transnet-Chef Norbert Hansen verwies darauf, dass die Gespräche weit über 100.000 Bedienstete bei der Bahn beträfen. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel sagte, die Stimmung der Eisenbahner sei fast am Überkochen, weil die GDL mit ihrem „tarifpolitischen Eiertanz“ die Gespräche blockiert und sich auf Kosten der übrigen Beschäftigten profiliert habe.
Transnet will eine Nachbesserung
Die Transnet strebt nach Hansens Worten mittelfristig Lohnverbesserungen von 10 bis 20 Prozent an, die je nach Tätigkeit differenziert werden sollten. Im Sommer hatten Transnet und GDBA mit der Bahn eine Tariferhöhung von 4,5 Prozent ausgehandelt.
Nachverhandlungen seien auch bei einer Einigung zwischen Bahn und GDL nicht nötig, sagte Hansen. Er verwies darauf, dass die Tarifverträge mit der Bahn sehr kurzfristig kündbar seien. Von der Revisionsklausel wolle er ebenfalls keinen Gebrauch machen. „Die Abläufe ... gestatten es uns, auf diese Revisionsklausel zu verzichten“, sagte er. Die Klausel kommt zum Tragen, wenn die GDL einen höheren Tarifabschluss erzielt als
Transnet und GDBA.
Die Entgeltstruktur gibt den Rahmen vor, nach dem die Mitarbeiter der Bahn in unterschiedliche Lohn- und Berufsgruppen eingestuft werden. Sie wurde seit mehr als zehn Jahren nicht verändert.
GDL droht mit neuen Streiks
Die GDL forderte die Bahn unterdessen erneut auf, ihr bei den für Montag angesetzten Gesprächen einen eigenständigen Tarifvertrag zu gewähren. „Wir machen eine Verhandlung, in der wird ganz klargezogen: Haben wir einen eigenständigen Tarifvertrag, sind wir tarifpolitisch selbstständig oder nicht“, sagte der stellvertretende GDL-Chef Claus Weselsky dem NDR.
Die Bahn müsse endlich einlenken, sonst drohe ein neuer Ausstand, sagte Weselsky. Die Streikkasse der Gewerkschaft sei weiter gut gefüllt. „Es sollte sich niemand wünschen, dass wir dieses Land ... so lange
bestreiken, wie unsere Streikkasse reicht. Die reicht so lange, dass es niemand mehr aushält“, warnte Weselsky.
Volle Kassen?!
J.A.H. A (JulianAy)
- 27.11.2007, 15:48 Uhr
Mehdorn lockt mal wieder
Peter Kasel (osterbelt)
- 27.11.2007, 16:55 Uhr
Warum?
Manni Müller (MM73)
- 30.11.2007, 16:11 Uhr
Zweiklassengesellschaft ?
Markus Rochen (MaRoch)
- 30.11.2007, 16:18 Uhr
Verhandeln statt streiken.
Bruno Herzig (bruno.h)
- 30.11.2007, 16:28 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2479 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?