29.09.2009 · Rüdiger Grube ist seit 150 Tagen Bahnchef. Eines ist ihm - anders als seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn - daher wichtig: Die Bahn soll „sympathischer“ werden. Bisher hat das ganz gut funktioniert. Doch nun kündigt er Preissteigerungen an.
Von Kerstin SchwennRüdiger Grube ist seit 150 Tagen Bahnchef. Eifrig und effizient hat sich der ehemalige Daimler-Manager in sein neues Fachgebiet eingearbeitet, Zahlen und Abläufe studiert, Kontakte zu Mitarbeitern, Lieferanten, Wettbewerbern und Politikern aufgebaut. Mit Schrecken konstatiert er dabei die Abneigung, die der Bahn und ihren Führungskräften zuweilen entgegenschlägt. Eines ist ihm – anders als seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn – daher überaus wichtig: Die Bahn soll „sympathischer“ werden.
Bisher verlief Grubes Sympathieoffensive unfallfrei, Vorfälle wie das Berliner S-Bahn-Chaos werden ausnahmslos Mehdorn und dessen Privatisierungskurs zugerechnet. Nun könnte sich die Stimmung drehen – nicht nur weil die Privatisierungsdebatte unter Schwarz-Gelb endlich wieder Schwung bekommt. Grube kündigt Preissteigerungen im Nah- und Fernverkehr an.
Der Personenverkehr würde so den darniederliegenden Güterverkehr stützen. Auch wenn die Aufschläge mit „Augenmaß“ erfolgen sollen: Die Gunst der Kunden wird Grube mit dieser Art der Quersubventionierung nicht gewinnen. Und die Kritik an der Bahn wird dann zum ersten Mal ihm persönlich gelten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2479 | −0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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