20.07.2010 · Aldi Süd verkauft jetzt auch Brötchen. Das ärgert verständlicherweise die Bäcker. Mancher von ihnen in der Nähe einer Aldi-Filiale hat die Folgen schon zu spüren bekommen. Die Klage gegen den Discounter ist aber das falsche Rezept.
Von Georg GiersbergDa der Brötchenverkauf nicht reglementiert ist, kann man gegen die neue Konkurrenz im Prinzip nichts tun – außer bessere Produkte zu liefern. Das aber fällt offenbar schwer. Denn die Verbraucher haben sich bisher nicht nur nicht beschwert, sie sind offenbar angetan von den Aldi-Brötchen.
Anstatt mit Qualität und Service auf die neue Konkurrenz zu reagieren, versucht man es mit juristischer Raffinesse. Aldi werbe damit, Brötchen zu backen, lautet der Vorwurf. Das könne aber nicht sein, weil die Brötchen schon nach 3 statt nach 5 Minuten aus dem Automaten fallen. In der Zeit könne man sie bestenfalls auftauen.
Das mag sogar stimmen. Und vielleicht bekommen die Bäcker Recht und Aldi wird es untersagt werden, mit frisch aufgebackenen Brötchen um Kunden zu werben. Aber selbst dann werden die Verbraucher nicht zum Bäcker zurückkehren, wenn ihnen die Aldi-Brötchen schmecken. Es gibt nur einen Weg, sich gegen Konkurrenz durchzusetzen: Man muss besser sein als der Wettbewerb.
Georg Giersberg Jahrgang 1955, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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