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Bad Bank Banken ohne Zukunft

21.04.2009 ·  Ziel des Bankengipfels im Kanzleramt ist es, den Banken Zeit zu verschaffen, sie aus der Schockstarre zu holen - damit sie ihre eigentliche Aufgabe, die Kreditvergabe, wieder aufnehmen. Allerdings sind die Fortschritte international überall bescheiden. Auch in Deutschland wird es eine schnelle und einfache Lösung nicht geben.

Von Holger Steltzner
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Die Deutsche Bank will sich nicht an einer Abwicklungsbank beteiligen. Die kleinen und feinen Privatbanken brauchen sie ebenfalls nicht. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken wollen eine "Bad Bank" nicht in Anspruch nehmen. Für wen soll dann eine staatliche Finanzmüllkippe für faule Forderungen eingerichtet werden? Offenbar für Landesbanken in Schieflage oder notleidende Kreditinstitute, die bereits teilverstaatlicht sind oder es bald sein werden.

Es geht um unvorstellbare Beträge und furchtbare Verlustschätzungen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nimmt an, dass auf den 17 wichtigsten Bankbilanzen faule Wertpapiere in Höhe von 853 Milliarden Euro lasten. Der exakte Wert gaukelt vor, jemand wüsste, wie groß die Verluste werden könnten. Das ist nicht der Fall. Man weiß nicht einmal, wie man die giftigen Papiere heute gescheit bewerten soll, weil es für sie kaum noch Marktpreise gibt. Durch die Einführung angelsächsischer Bilanzierungsregeln zehren erwartete Buchverluste am Kapital der Banken.

Der Teufelskreis muss durchbrochen werden

In der Krise wirkt das wie ein Brandbeschleuniger. Der Teufelskreis aus Notverkauf, Kursverlust, Abschreibung, Eigenkapitalschwund und neuem Notverkauf muss durchbrochen werden. Ziel des Bankengipfels im Kanzleramt ist es, den Banken Zeit zu verschaffen, sie aus der Schockstarre zu holen, damit sie ihre eigentliche Aufgabe, die Kreditvergabe, wieder aufnehmen. In Großbritannien versucht die Regierung mit einer Versicherungslösung dem Problem beizukommen, in den Vereinigten Staaten will der Finanzminister private Investoren an der Lösung beteiligen und in Japan sucht man schon seit einem Jahrzehnt nach dem Königsweg aus einer ähnlichen Krise. Die Fortschritte sind überall bescheiden. Eine schnelle und einfache Lösung wird es auch in Deutschland nicht geben.

Hierzulande haben sich vor allem öffentlich-rechtliche Banken verspekuliert. Landesbanken haben viel Geld in amerikanische Schrottpapiere gesteckt, weil sie keine bessere Verwendung dafür hatten. Die Eigentümer, Länder und Sparkassen, haben sie gewähren lassen. Sie müssen auch die Verluste tragen. Sollte der Bund gezwungen sein, das Risiko zu übernehmen, dann sollte er auch durchgreifen und Landesbanken ohne Geschäftsmodell abwickeln und nur diejenigen Institute erhalten, die ohne ständige Staatshilfe überleben können.

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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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