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Autozulieferer Einigung bei Conti fast perfekt

09.02.2006 ·  Im Streit um das Continental-Reifenwerk in Hannover-Stöcken ist eine sozialverträgliche Lösung in greifbare Nähe gerückt. Es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

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Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter des Autozulieferers Continental haben sich bei ihren Verhandlungen über die Stilllegung der Pkw-Fertigung im Stammwerk Hannover weitgehend geeinigt.

„Wir sind kurz vor dem Ziel“, sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger am Donnerstag in Hannover. Das Unternehmen habe mit den bis vereinbarten Eckpunkten die nötige Flexibilität, um den geplanten Personalabbau vorzunehmen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Continental hatte sich am Mittwoch abend mit der Gewerkschaft IG BCE und dem Betriebsrat darauf verständigt, die Produktion in dem Werk bis Ende 2007 aufrecht zu erhalten. Der von Continental geplante Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen soll mit Hilfe von Altersteilzeitangeboten und Versetzungen innerhalb des Konzerns erreicht werden. Beschäftigte, die dann noch keine neue Stelle gefunden haben, sollen Möglichkeiten zur Weiterbildung oder Umschulung in einer Qualifizierungsgesellschaft erhalten.

„Das vorbereitete Einigungspaket muß jetzt nur noch von den Praktikern auf betrieblicher Ebene fest verschnürt werden“, sagte Sattelberger. Dabei sollten Juristen hinzugezogen werden. Danach könnten die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan beginnen. Offen sei noch der Zeitpunkt, zu dem die Qualifizierungsgesellschaft eingerichtet werden soll.

Gewerkschaft sieht verträgliche Lösung

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hatte nach mehrstündigen Verhandlungen mitgeteilt, eine sozial verträgliche Lösung des Konflikts sei in greifbare Nähe gerückt. Durch die Qualifizierungsgesellschaft sei sichergestellt, „daß alle betroffenen Beschäftigten auch danach Arbeit finden werden, bei Conti oder außerhalb“, sagte IG-BCE-Vorstand Werner Bischoff. Vor zwei Wochen hatten sich die Tarifparteien bereits im Grundsatz darauf verständigt, die Reifenproduktion schrittweise bis Ende 2007 zurückzufahren. Dazu wurden Kernpunkte vereinbart, die aber noch endgültig ausgearbeitet werden mußten.

Conti hatte die Produktion von Pkw-Reifen in Hannover ursprünglich Ende 2006 einstellen wollen, im Zuge der Gespräche aber angeboten, die Schließung um ein halbes Jahr auf Mitte 2007 zu verschieben. 320 Arbeitsplätze sollen wegfallen, zehn Prozent der Belegschaft in dem Stammwerk. Die Gewerkschaft IG BCE und der Betriebsrat hatten zumindest einen Aufschub der Schließung bis Ende 2007 gefordert. Sie hatten auf Einhaltung einer im Mai getroffenen Betriebsvereinbarung beharrt, die die Fertigung von 1,3 Millionen Pkw-Reifen in Hannover in diesem und im kommenden Jahr zusicherte. Nach der Vereinbarung war die Wochenarbeitszeit im Gegenzug auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich erhöht worden.

Continental begründet die geplante Schließung damit, daß das Wachstum im Pkw-Reifengeschäft geringer ausgefallen sei als erwartet. Die Continental-Aktie notierte in einem freundlichen Markt unverändert bei 82 Euro.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AFP
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