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Die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft Marija Gabriel wird am Freitag neue Testregionen für autonomes Fahren verkünden. Bild: AFP

F.A.Z. exklusiv : Neue grenzüberschreitende Testregionen für autonomes Fahren

Die EU-Kommission will Tesla Paroli bieten: Autonom fahrende Autos sollen in Europa nicht mehr an Grenzen stehen bleiben. Die neuen Regionen stehen schon fest.

          Die Europäische Kommission will amerikanischen Konzernen wie Google und Tesla beim automatisierten Fahren Paroli bieten. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Donnerstagsausgabe werden die beiden EU-Kommissare Marija Gabriel und Günther Oettinger auf der IAA am Freitag deshalb neue europäische Testregionen für das grenzüberschreitende computergesteuerte Fahren ankündigen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Dabei handelt es sich um die Routen Rotterdam-Antwerpen-Eindhoven zwischen den Niederlanden und Belgien, um Porto-Vigo und Merida-Evora (also den Korridor Lissabon – Madrid) sowie den Korridor zwischen Tromsø (Norwegen) und Oulu (Finnland) auf der Europastraße 8. Schon im Frühjahr hatte man sich auf die Route Metz-Merzig-Luxemburg zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland verständigt.

          „Es ist eine Frage von Monaten, nicht mehr“

          Die Tests in den entsprechenden Regionen werden schon bald beginnen: „Es ist eine Frage von Monaten, nicht mehr“, heißt es dazu auf Nachfrage von Gabriel. „In ganz realen Verkehrsbedingungen werden künftig hoch-automatisiert fahrende Autos Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten passieren. Wir können automatisiertes Fahren aber nicht auf dem Status-quo aufbauen, wenn Telefongespräche an den Grenzen unterbrochen werden und wenn man sich, um weiterzufahren, abermals einwählen muss", lässt sich die Kommissarin zitieren. Das dürfe künftig – in der Welt vernetzter Autos – nicht mehr passieren: „Sie können das Auto nicht in der Mitte der Straße stoppen und darauf warten, dass es nach dem neuen Netzwerk sucht. Dies ist einer der Hauptgründe für die grenzüberschreitende Prüfung auf öffentlichen Straßen.“
           
          Die Kommissarin drückt kräftig aufs Tempo, damit Europa gegenüber anderen Ländern wie den Vereinigten Staaten nicht ins Hintertreffen gerät – die nicht nur auf diesem Gebiet von ihrem homogenen Binnenmarkt profitieren: „Der Transport ist an sich international, und wir können nicht mit isolierten Inseln arbeiten. Dies ist noch mehr der Fall, wenn wir die digitale Dimension in diesen Überlegungen miteinbeziehen.“

          Nur ein zügiges gemeinsames Vorgehen sorge für Verkehrs- sowie Investitionssicherheit und senke die Kosten. Dass die Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit bereit seien, zeigt sich nach Ansicht von Gabriel auch daran, dass die grenzüberschreitenden Korridore gemeinsam mit der Kommission in Frankfurt verkündet werden.

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