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Die Zukunft von Opel Neues Übernahmeangebot von Magna vor der Spitzenrunde

 ·  Die Verhandlungen über die Zukunft von Opel gehen in die entscheidende Phase: Der kanadische Autozulieferer Magna hat nach Abstimmung mit GM abermals ein Konzept für eine Opel-Übernahme vorgelegt, das am Freitagabend den Spitzenvertretern aus Regierung und Ländern vorgelegt wurde.

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Bei den Rettungsbemühungen für Opel gibt es Fortschritte. Dies verlautete am Freitagabend aus Regierungskreisen in Berlin. Der kanadische Autozulieferer Magna hat nach Abstimmung mit GM abermals ein Konzept für eine Opel-Übernahme vorgelegt, das am Abend den Spitzenvertretern aus Regierung und Ländern vorgelegt wurde.

Damit sind die Chancen für den dringend benötigten Milliarden-Überbrückungskredit und das Treuhandmodell für Opel gestiegen. Bei einem Scheitern der Verhandlungen ist eine Insolvenz des Autobauers mit rund 25.000 Beschäftigten in Deutschland kaum noch abzuwenden.

Der kanadisch-österreichische Magna-Konzern, der zusammen mit russischen Partnern bei Opel einsteigen will, hatte sich erst wenige Stunden vor dem erneuten Krisentreffen mit der amerikanischen Seite geeinigt. Dies betraf auch die strittige Frage der Lizenzgebühren. Andere Punkte wie das von der amerikanischen Regierung bisher abgelehnte Treuhand-Modell blieben zunächst ungeklärt. Die Bundesregierung hatte vor der Runde klare Zusagen von der amerikanischen Seite und von Magna verlangt.

„Führende Rolle“ Deutschlands

Auf einem Sondertreffen in Brüssel sprachen Deutschlands europäische Partnerländer der Bundesregierung eine Führungsrolle bei der Rettung von Opel zu. Es handle sich zwar um ein „europäisches Problem“, im Anfangsstadium der Rettung der europäischen GM-Töchter habe Deutschland aber eine „führende Rolle“. Besonders Schweden und Belgien hatten sich besorgt gezeigt, dass die Rettungsbemühungen Opels zu Lasten ihrer eigenen Standorte gehen.

GM steht kurz vor der Insolvenz und droht die europäischen Töchter Opel, Saab (Schweden) und Vauxhall (Großbritannien) mit in den Abgrund zu reißen. Die Teilnehmer der Konferenz pochten darauf, dass Staatshilfen nicht an Bedingungen wie den Erhalt von heimischen Arbeitsplätzen geknüpft werden dürfen.

GM-Aktie fällt um weitere 20 Prozent

In den Vereinigten Staaten laufen die Vorbereitungen zur GM-Insolvenz auf Hochtouren. Die offizielle Ankündigung wird am Pfingstmontag bei einer Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama erwartet, wenn das von ihm gestellte Ultimatum für den gut 100-jährigen Opel-Mutterkonzern abläuft. Bereits bis zu diesem Samstagabend (17 Uhr Ortszeit/23 Uhr MESZ) müssen die Gläubiger entscheiden, ob sie die zur Rettung von GM geplante weitgehende Verstaatlichung mittragen.

In diesem Fall wird auf eine schnelle Sanierung von GM gehofft, wobei der Staat die Finanzierung übernehmen würde. Berichten zufolge sind mindestens 50 Milliarden Dollar nötig, neben den geleisteten Hilfen von knapp 20 Milliarden Dollar. An der Börse löste die bevorstehende Insolvenz einen Kurssturz aus. Die GM-Aktie fiel in New York um weitere 20 Prozent zum Vortag auf unter 1,00 Dollar.

Die Absage von Fiat

Der italienische Fiat-Konzern hatte eine Teilnahme an dem Treffen am Freitag abgesagt. Der Autobauer erklärte dies mit der Entwicklung der Verhandlungen. Die neuen Geldforderungen von GM „würden Fiat dazu zwingen, Opel finanziell zu unterstützen und sich damit unnötigen und irrationalen Risiken auszusetzen“, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Er zeigte sich „überrascht und enttäuscht von den letzten Phasen der Verhandlungen“. Fiat habe „keinen vollständigen Zugang zu finanziellen Schlüsselinformationen gehabt“.

Berlin hatte vor der Runde eine Absichtserklärung („letter of intent“) zwischen GM und dem Investor verlangt. „Nur auf Grundlage dieser Verständigung kann dann die Bundesregierung die notwendige Entscheidung für die Überbrückungshilfen und das Treuhandmodell treffen“, erklärte Steg. Die Zwischenfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro werde nicht aufgestockt. GM hatte zuvor überraschend einen weiteren Finanzbedarf von 300 Millionen Euro angemeldet.

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29.05.2009, 22:43 Uhr

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