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Automobilindustrie GM plant Einstieg bei Peugeot

 ·  Mit dem Kauf eines Anteils von bis zu 7 Prozent will der amerikanische Autokonzern die strategische Allianz mit den Franzosen auf den Weg bringen. Der Aktienkurs von Peugeot legt deutlich zu.

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Spekulationen über einen Einstieg des amerikanischen Autokonzerns General Motors (GM) haben am Dienstag den Aktienkurs des französischen Herstellers PSA Peugeot Citroën beflügelt. Mehreren Medienberichten zufolge steht GM in fortgeschrittenen Verhandlungen, einen kleineren Anteil an Peugeot zu kaufen. Im Gespräch soll eine Beteiligung von bis zu 7Prozent an dem französischen Unternehmen sein. Ein solcher Anteil hätte bei der gegenwärtigen Marktkapitalisierung von Peugeot einen Wert von rund 260 Millionen Euro. Die Kapitalbeteiligung wäre ein Teil der strategischen Allianz, über die GM und Peugeot derzeit diskutieren.

Der Aktienkurs von Peugeot legte am Dienstag im Paris zeitweise um 6 Prozent auf 16,20 Euro zu. Die Aktie hatte schon in der vergangenen Woche nach Bekanntwerden der Gespräche über eine Partnerschaft einen großen Kurssprung erlebt, seither aber wieder etwas an Boden verloren. Der Aktienkurs von GM notierte am Dienstag im Handelsverlauf kaum verändert. GM und Peugeot wollten die Berichte am Dienstag nicht kommentieren. Die Gespräche über eine Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen sind in der vergangenen Woche vom französischen Arbeitsminister Xavier Bertrand publik gemacht worden. Peugeot bestätigte Diskussionen über eine Allianz, ohne dabei aber den Namen des Partners zu nennen. Der Einstieg von GM könnte den Berichten zufolge schon innerhalb der kommenden Tage offiziell besiegelt werden.

Beide Unternehmen kämpfen mit Schwierigkeiten

Für GM dürfte es nach Auffassung von Beobachtern mit der Beteiligung vor allem darum gehen, die angedachte Zusammenarbeit mit Peugeot mit einer Kapitalverflechtung zu untermauern. Es gilt als wenig wahrscheinlich, dass GM das Engagement als Startschuss für eine Übernahme von Peugeot sieht. Eine umgekehrte Beteiligung von Peugeot an GM ist offenbar nicht angedacht.

Die Allianz würde zwei Unternehmen zusammenführen, die mit großen Schwierigkeiten kämpfen. GM ist zwar nach seiner Radikalkur in einem Insolvenzverfahren vor wenigen Jahren heute insgesamt wieder klar profitabel - das Unternehmen meldete gerade für 2011 einen Rekordgewinn von 7,6 Milliarden Dollar. Das Europa-Geschäft mit Marken wie Opel und Vauxhall ist aber das Sorgenkind im Unternehmen und weist hohe Verluste aus. Allein im Schlussquartal gab es in Europa einen Verlust von umgerechnet 562 Millionen Dollar, im Gesamtjahr waren es 747 Millionen Dollar. Auch für PSA Peugeot Citroën spitzt sich die finanzielle Lage zu: Im Autogeschäft türmen sich die Verluste, allein dank seiner Logistiksparte und anderer Tochtergesellschaften wie dem Autozulieferer Faurecia wies der Konzern zuletzt noch einen Gewinn aus.

Sowohl Opel als auch Peugeot kämpfen mit hohen Kosten. Beide Unternehmen leiden zudem unter ihrer schwachen globalen Präsenz: Ihr Geschäft beschränkt sich weitgehend auf den europäischen Markt, der erhebliche Überkapazitäten hat und auf dem wegen der Staatsschuldenkrise die Absätze schrumpfen. Sowohl Opel als auch Peugeot haben außerdem in Europa zuletzt Marktanteile verloren.

Die diskutierte Partnerschaft zwischen Opel und Peugeot dürfte vor allem gemeinsame Produktentwicklung zum Ziel haben. Möglich wäre zum Beispiel, dass die beiden Unternehmen an einer Auto-Plattform für Kleinwagen arbeiten. Aus dem Betriebsrat von Opel war in der vergangenen Woche zu hören, dass Peugeot am Grundgerüst der erfolgreichen Mittelklasse-Limousine Insignia interessiert ist. Opel wiederum könnte von der Stärke der Franzosen bei kleinen Dieselmotoren profitieren. Peugeot liefert zum Beispiel schon heute Dieselmotoren für die BMW-Marke Mini. Allgemein haben die Franzosen heute schon eine Vielzahl produktbezogener Allianzen mit Herstellern wie Toyota, Renault oder Ford. In den derzeitigen Gesprächen mit GM geht es aber offenbar um ein viel engeres Bündnis als bei den bisherigen Partnerschaften.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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