04.04.2009 · Nach seinem Einstieg bei Daimler will das Scheichtum Abu Dhabi nach Medienberichten auch eine Beteiligung an dem Autobauer Opel prüfen. Andere Gerüchte lassen die Hoffnung auf eine Rettung indes schwinden. Demnach soll der Mutterkonzern GM alle deutschen Opel-Werke an amerikanische Banken verpfändet haben.
Nach dem Einstieg einer Investmentfirma aus Abu Dhabi beim deutschen Autobauer Daimler könnte offenbar auch für den angeschlagenen Opel-Konzern Hilfe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen. Wie die in Essen erscheinende „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Samstagsausgabe) berichtet, hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bereits ein Sondierungsgespräch mit Scheich Hamdan, einem hohen Mitglied der Königsfamilie von Abu Dhabi, geführt. Dem Vernehmen nach wolle das Emirat nun einen Einstieg bei Opel prüfen. Neben Opel sei aber auch über mehr als 20 Unternehmen aus NRW gesprochen worden, die an Investitionen interessiert seien.
Ein Regierungssprecher in Nordrhein-Westfalen bestätigte der „WAZ“ das Treffen. „Sondierungen finden statt“, sagte er. Es seien weitere Gespräche auf Arbeitsebene zwischen dem Emirat und NRW vereinbart worden. Rüttgers sei auch zu einem Staatsbesuch nach Abu Dhabi eingeladen worden.
Gesamtbetriebsrat bleibt skeptisch
Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats von Opel interessieren sich derzeit etliche Investoren für einen möglichen Einstieg in das Unternehmen. „Es gibt Gespräche, es gibt eine ganze Reihe interessierter Investoren“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. Die potenziellen Geldgeber stammten aus der ganzen Welt, auch mögliche Investoren aus Deutschland seien darunter. Konkreter wollte Franz nicht werden. Einen Einstieg Abu Dhabis hält Franz nach eigenen Angaben jedoch für unwahrscheinlich.
Der Europa-Chef der Opel-Mutter General Motors, Carl-Peter Forster, hält eine mögliche Insolvenz von General Motors nach amerikanischem Recht unterdessen nicht für eine Gefahr für Opel. „Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen“, sagte Forster dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Allerdings könnte ein Insolvenzverfahren in den Vereinigten Staaten auch Autokäufer in Europa verunsichern. Forster bestätigte, es gebe Interessenten für eine Beteiligung an dem angestrebten neuen Unternehmen, in dem die europäischen Aktivitäten von GM gebündelt werden sollen: „Wir reden darüber mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds beispielsweise.“
Hat GM alle deutschen Opel-Werke verpfändet?
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ wird eine Rettung von Opel hingegen immer unwahrscheinlicher. Wie der „Focus“ unter Berufung auf einen nicht näher genannten deutschen Regierungsvertreter vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, hat der Mutterkonzern General Motors (GM) neben den Opel-Patenten, die als Sicherheiten für Milliardenhilfen an die amerikanische Regierung abgetreten wurden, auch sämtliche Vermögenswerte wie Werksgelände und Fabriken der europäischen Tochter an diverse amerikanische Banken verpfändet. „Opel ist nur eine Hülle“, sagte der Regierungsvertreter. Der Autobauer besitze keinerlei Vermögenswerte.
GM verpfändete laut „Focus“ als Sicherheit für dringend gebrauchte Kredite alle Opel-Standorte an Banken. Betroffen seien die vier deutschen Fabriken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern, aber auch die Werke in anderen europäischen Ländern. Wer sich für den Einstieg interessiere, müsse nicht nur mit GM verhandeln, sondern auch komplizierte Gespräche mit mehreren amerikanischen Kreditinstituten führen. Werksgelände, Produktionsanlagen und Patente müssten dort erst wieder ausgelöst werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?