27.12.2005 · Europas größter Automobilkonzern verkauft seit Jahren deutlich weniger Autos als er produziert. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat im September an den deutschen Standorten einen Personalüberhang von „mehreren tausend Mitarbeitern“ ausgemacht.
Bei Volkswagen haben sich die Wogen um Schmiergelder und Prostituierte geglättet. Die Debatte um Einschnitte in das Mitarbeitergerüst steht indes erst am Anfang. Europas größter Automobilkonzern verkauft seit Jahren deutlich weniger Autos als er produziert. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat im September an den deutschen Standorten einen Personalüberhang von „mehreren tausend Mitarbeitern“ ausgemacht.
Konkrete Zahlen ist er bis heute schuldig geblieben - aus zwei Gründen: Der Vorstand will die Stimmung vor den Betriebsratswahlen im Frühjahr nicht zusätzlich anheizen. Außerdem ist die vergleichende Kostenüberprüfung der konzerninternen Zulieferbetriebe (Komponentenwerke) noch nicht abgeschlossen. Ohne Berücksichtigung einer etwaigen Ausgliederung oder Trennung von Komponentenwerken sollen dem Vernehmen nach in den nächsten Jahren mehr als 10.000 von heute 102.000 Stellen in den westdeutschen VW-Werken gestrichen werden.
Der deutsche Teil der Volkswagen AG mache seit 2003 Milliardenverluste und überlebe nur, weil VW-Werke im Ausland oder Beteiligungen mit Quersubventionen hülfen, bekannte Markenchef Wolfgang Bernhard vor kurzem. Die Produktivität der westdeutschen VW-Werke, wo die Gehälter rund 20 Prozent oberhalb des Flächentarifs liegen, ist dramatisch schlechter als die der Wettbewerber. Nach einer vergleichenden Untersuchung der renommierten Harbour Consulting Group braucht VW 50 Stunden, um ein Auto zusammenzubauen, während die unmittelbaren Konkurrenten nur 25 Stunden oder weniger benötigen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.388,78 | +0,87% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 106,98 $ | −0,26% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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