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Automobile Verhaltene Signale aus Genf

02.03.2004 ·  Kurz vor Beginn des Genfer Automobilsalons am Donnerstag mehren sich Meldungen aus einer Branche, die verhaltene Geschäfte macht. BMW gibt wieder Gas, VW, Audi und Mercedes sind zurückhaltend.

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Kurz vor Beginn des Genfer Automobilsalons an diesem Donnerstag mehren sich Meldungen aus einer Branche, die nur verhaltene Geschäfte macht. BMW gibt wieder Gas, VW baut seinen Marktanteil aus, Audis Wachstum verlangsamt sich, Daimler-Chrysler ist optimistisch für das Gesamtjahr. Porsche will wachsen, ohne seine Fixkosten maßgeblich zu erhöhen. Ford hofft, nach dem Krisenjahr 2003 seine Verluste in Europa deutlich eindämmen zu können.

Audi

Audi hat in den ersten zwei Monaten des Jahres ein leichtes Absatzplus erzielt und strebt für 2004 weiterhin Rekordverkaufszahlen an. Doch stocke das Geschäft in den Vereinigten Staaten und im Inland. Der weltweite Verkauf in der Kernmarke sei in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr um ein bis zwei Prozent gestiegen, sagte ein Audi-Sprecher am Dienstag und bestätigte damit Aussagen von Vertriebschef Ralph Weyler auf dem Genfer Autosalon. Zugelegt habe der Absatz vor allem in China, Spanien und Großbritannien. Damit dürfte sich das Absatzwachstum im Februar tendenziell verlangsamt haben. Für das laufende Geschäftsjahr stellte der Konzern auf der Bilanz-Pressekonferenz vergangene Woche „eine stabile Ertragslage“ in Aussicht.

BMW

Der Münchener Autohersteller BMW hat im Februar beim Absatz wieder zugelegt, nachdem im Vormonat ein herber Einbruch verzeichnet worden war. Damit untermauert der Konzern frühere Aussagen, wonach die Januar-Verkaufszahlen „ein Ausreißer“ waren und im Gesamtjahr 2004 erneut Zuwächse bei allen drei Marken erwartet werden.

Im abgelaufenen Monat habe die BMW Group nach vorläufigen Zahlen rund 77.000 Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Dienstag auf dem Genfer Automobilsalon mit. Auch die Kernmarke BMW habe um etwa vier Prozent zugelegt. Im Januar war der Absatz des Konzerns weltweit noch um 7,1 Prozent geschrumpft. Neben einem abermaligen Absatzrekord will BMW früheren Aussagen zufolge 2004 auch den Gewinn wieder steigern, nachdem für das abgelaufene Jahr ein stabiles Ergebnis in Aussicht gestellt wurde. Konkrete Zahlen zu 2003 wird BMW im März veröffentlichen.

Die Aktie der Audi-Mutter VW führte am Vormittag zusammen mit BMW die Gewinnerliste im Deutschen Aktienindex DAX an.

Volkswagen

Die Konzernmutter Volkswagen AG hat in den ersten zwei Monaten für die Marke Volkswagen in Deutschland einen Absatz auf Vorjahresniveau erzielt und ihren Marktanteil bei einem sinkenden Gesamtmarkt weiter gesteigert. Dies sagte VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig in Genf. Für den Gesamtmarkt erwartet Wittig einen Rückgang um drei bis vier Prozent. “Wir haben unseren Marktanteil gesteigert“, führte er aus. Eine genaue Zahl wollte er noch nicht nennen. In China will der Konzern Wittig zufolge im laufenden Jahr deutlich mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr.
Der Konzern werde wegen des stark wachsenden Marktes in China aber möglicherweise Marktanteile verlieren. Langfristig wolle VW einen Anteil von 30 Prozent halten. 2003 hatte der Marktanteil laut Wittig noch bei rund 35 Prozent gelegen. “Wir werden sicherlich Marktanteile verlieren, wenn der Markt sich weiter mit 30 Prozent Wachstum entwickelt“, sagte er. „So schnell werden wir die Kapazitäten nicht steigern können.“

Mercedes
Mercedes-Chef Jürgen Hubbert erwartet trotz einer leicht rückläufigen Nachfrage im Februar im Gesamtjahr einen höheren Absatz. „Wir liegen etwas hinter dem vergangenen Jahr zurück, was wir aber die ganze Zeit erwartet hatten", sagte Hubbert am Dienstag beim Genfer Autosalon. Den verhaltenen Start ins laufende Jahr führte der Mercedes-Manager zum größten Teil auf Modellüberarbeitungen der C-Klasse, der A-Klasse Mini-Car sowie des Geländesportwagens der M-Klasse zurück. Hubbert bekräftigte, der Absatz werde 2004 leicht über dem des Vorjahres liegen. „Die erste Jahreshälfte wird schwächer sein als die im Vorjahr, aber die zweite Hälfte wird über dem Vorjahresniveau liegen, so daß wir erwarten, am Ende leicht besser zu sein als 2003.“

Ford

Ford-Europe-Chef Lewis Booth sagte am Dienstag im Vorfeld des Autosalons in Genf, das Unternehmen rechne 2004 nach Restrukturierungskosten mit einem Vorsteuerverlust von 100 bis 200 Millionen Dollar (80 bis 160 Millionen Euro). Dies wäre deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als die Filiale des US-Autobauers ein Loch von 1,1 Milliarden Dollar in der Bilanz hatte.

Ford leitete im vergangenen Jahr europaweit radikale Stellenstreichungen ein. In Deutschland verkündete das Unternehmen Anfang Oktober den Wegfall von 1700 der insgesamt rund 28.000 Arbeitsplätze. Ford geht davon aus, daß der westeuropäische Automarkt in diesem Jahr leicht schrumpft. Booth, der früher die japanische Ford-Tochter Mazda geleitet hatte, rechnete damit, daß die Branche 16,9 Millionen Fahrzeuge absetzen kann nach 17 Millionen im Vorjahr.

Porsche

Die Porsche AG, Stuttgart, will den gesamten Konzern auf den Prüfstand stellen und damit Voraussetzung für weiteres Wachstum schaffen. „Unser Ziel ist es, den nächsten Wachstumsschub mit einem geringen Fixkostenaufbau zu schaffen,“ sagte Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking am Dienstag in Genf. Dazu würden alle Kernbereiche - auch die indirekten - angefangen vom Vertrieb bis zur Entwicklung unter die Lupe genommen. Betroffen seien alle Standorte und auch die Tochterunternehmen. Ein Arbeitsplatzabbau sei jedoch nicht vorgesehen. Vielmehr gehe es darum, freie Kapazitäten zu schaffen.

Nach der rasanten Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre muß sich Porsche als kleiner Hersteller laut Wiedeking neu aufstellen, um den nächsten Wachstumsschub verdauen zu können. „Eine Entscheidung über die 4. Modellreihe ist aber noch nicht gefallen,“ so Wiedeking.

Quelle: @tor, mit Material von Reuters, vwd
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