10.05.2006 · Toyota Motor peilt nach einem Rekordüberschuß von 10 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr neue Höchstmarken an. Für 2006 hat sich der Vorstand des japanischen Autobauers den Verkauf von 8,4 Millionen Fahrzeugen vorgenommen.
Toyota Motor peilt nach einem Rekordüberschuß von 10 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr neue Höchstmarken an. Für 2006 hat sich der Vorstand des japanischen Autobauers den Verkauf von 8,4 Millionen Fahrzeugen vorgenommen. Damit soll der Umsatz um weitere 6 Prozent auf 22,3 Billionen Yen (165 Milliarden Euro) wachsen. Betriebsergebnis und Überschuß sieht Präsident Katsuaki Watanabe in etwa auf dem Niveau des im März abgelaufenen Geschäftsjahres. Die derzeit schnell steigenden Preise für Stahl und andere Vorprodukte will Toyota durch Kostenreduzierungen in der Produktion auffangen. "Das wird nicht einfach, aber wir schaffen das", sagte Watanabe am Mittwoch vor Journalisten in Tokio.
Mit den nun angestrebten Verkaufszahlen wird sich Toyota weiter an Weltmarktführer General Motors (GM) heranarbeiten. Während das amerikanische Unternehmen allerdings mit riesigen Verlusten arbeitet, Zehntausende von Mitarbeitern entlassen und mit einem Verfall des Aktienkurses kämpfen muß, setzen die Japaner auf ungebremstes Wachstum. Der Kurs der Toyota-Aktie kletterte im Jahresverlauf um 10 Prozent. Mit einem Marktwert von 181 Milliarden Euro ist Toyota momentan doppelt soviel wert wie die drei deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler-Chrysler und BMW zusammen. Toyota ist der von der Börse am höchsten bewertete Autohersteller der Welt. Mehr als in der Vergangenheit sollen die Aktionäre am wachsenden Erfolg der Gesellschaft beteiligt werden.
Aktienrückkauf geplant
Einerseits plant die Führung um Präsident Watanabe und Chairman Fujio Cho den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro. In den zurückliegenden zehn Jahren hatte Toyota bereits für 15 Milliarden Euro eigene Aktien gekauft. Andererseits wird der Vorstand den Anteilseignern auf der anstehenden Hauptversammlung eine Dividende von 90 Yen je Aktie vorschlagen. Im vergangenen Jahr schüttete der japanische Autobauer noch 65 Yen aus, im Jahr zuvor waren es 45 Yen. Auch die heimischen Konkurrenten Nissan und Honda haben höhere Gewinnausschüttungen für die Aktionäre im Visier. Die Nummer zwei und drei unter den japanischen Herstellern hatten 2005 Absatz, Umsatz und Gewinn ebenfalls gesteigert. Wie Toyota arbeiten sie mit doppelt so hohen Gewinnspannen wie viele ihrer europäischen Konkurrenten.
Mitsubishi wies für 2005 erstmals wieder ein positives Betriebsergebnis aus. Mazda steigerte den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte und stellt für dieses Jahr einen Betriebsgewinn von einer Milliarde Euro in Aussicht. Suzuki will seine Präsenz in Asien ausbauen. Die japanische Fahrzeugindustrie hatte 2005 erstmals mehr Autos im Ausland hergestellt als zu Hause. Insgesamt produzierte sie zehn Millionen Autos in ihren Fabriken in Übersee. Damit suchen die Japaner den mit dem Exportgeschäft verbundenen Wechselkursrisiken aus dem Weg zu gehen. Honda stellt schon seit 1999 mehr Autos im Aus- als im Inland her, Nissan seit 2003. Bei Toyota ist dieses Verhältnis noch ausgeglichen. Angesichts der Errichtung neuer Werke in Amerika, Rußland, China und Südostasien dürfte sich das bald ändern.
Auf allen wichtigen Märkten mehr Umsatz und Absatz
So investiert der japanische Marktführer über die kommenden Monate weitere 12 Milliarden Euro in das Anlagevermögen und 6 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung. Damit wird Toyota seine weltweite Produktionsbasis ausbauen und neue Technologien wie die Hybrid- und Brennstoffzellentechnik weiterentwickeln. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen auf allen wichtigen Märkten Steigerungen von Umsatz und Absatz. In Europa verkaufte Toyota erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge. Allerdings fiel hier das Betriebsergebnis um 15 Prozent auf 680 Millionen Euro zurück. Gründe waren Sonderaufwendungen. In Japan verkaufte Toyota mehr als 2,3 Millionen Autos. Damit kommt es auf einen Anteil von 44 Prozent am heimischen Markt und einen Betriebsgewinn von umgerechnet acht Milliarden Euro. In Nordamerika, wo Toyota seit Anfang der achtziger Jahre massiv investierte, neue Fabriken hochzog und sich in nahezu allen Marktsegmenten einen guten Namen machte, setzte es im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Fahrzeuge ab. Damit fuhr es einen operativen Gewinn von 3,6 Milliarden Euro ein. In den Vereinigten Staaten liegt Toyota mit einem Marktanteil von 14 Prozent knapp vor der Traditionsmarke Chrysler. Ende des Jahrzehnts wollen die Japaner hier auf einen Anteil von 18 Prozent am Markt kommen. In Asien verkaufte der japanische Branchenprimus im vergangenen Jahr 880000 Fahrzeuge, im Rest der Welt 1,2 Millionen Einheiten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,76 | −0,07% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2527 | −0,11% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | −0,34% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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