19.12.2007 · Die Pläne der EU-Kommission für neue Emissionsziele für Autos bestrafen einen ganzen Industriezweig. Schon jetzt zeigt sich: Der VW-Kleinwagen für 8000 Euro wird wohl bald in Indien gebaut. Soll dem auch noch die S-Klasse folgen?
Von Henning PeitsmeierDen Wettlauf zur Erreichung fixer europäischer Emissionsziele kann die deutsche Automobilindustrie nicht gewinnen. Mercedes-Ingenieure können den Verbrauch einer S-Klasse nicht auf die Werte eines Fiat Punto zügeln. Schon vor dem Klimagipfel von Bali war die S-Klasse unter Umweltschützern verpönt, obwohl sich Umweltpolitiker darin gern chauffieren lassen.
Politisch korrekte Abscheu allein darf kein Maßstab für verbindliche Verbrauchslimits für Autos sein. Damit die EU-Regel zum Ausstoß von Kohlendoixid wirklich der Umwelt hilft, müssen auch Fiat, Renault & Co. zur Sparsamkeit genötigt werden. Schließlich stammen zwei Drittel der Treibhausgasemissionen von Klein- und Mittelklassewagen.
Nicht im Einklang
Ökologie und Ökonomie stehen im Denken des EU-Kommissars Stavros Dimas nicht im Einklang. Sein Vorschlag belastet die deutsche Autoindustrie über Gebühr, weil er schnelle und schwere Autos ungleich teurer macht.
Wer diesen Industriezweig bestraft, raubt ihm die Wettbewerbsfähigkeit. Die Arbeitsplätze der gesamten europäischen Autoindustrie sind vom Weltmarkt bedroht. Der VW-Kleinwagen für 8000 Euro wird wohl bald in Indien gebaut. Soll dem auch noch die S-Klasse folgen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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