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Automobile Opel-Werk Rüsselsheim sieht sich nicht von Schließung bedroht

03.09.2004 ·  Dem Opel-Werk am Traditionsstandort Rüsselsheim droht nach Angaben eines Sprechers keine Schließung. Auch die IG Metall sieht trotz der Drohungen des Mutterkonzerns General Motors den Standort nicht gefährdet.

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Dem Opel-Werk am Traditionsstandort Rüsselsheim droht nach Unternehmensangaben keine Schließung. Auch die IG Metall sieht trotz der Drohungen des Mutterkonzerns General Motors (GM) den Standort nicht gefährdet.

„Opel ist die Massenmarke des Konzern, und Rüsselsheim ist das Herzstück von Opel“, sagte der zuständige Vize-IG-Metall-Sprecher Achim de Hair am Freitag in Frankfurt am Main. GM werde das hochmoderne Werk in Rüsselsheim nicht ernsthaft aufs Spiel setzen wollen.

„Es geht darum, Druck aufzubauen, nicht mehr“, sagte de Hair. Es müsse verhindert werden, daß die europäischen Standorte gegeneinander ausgespielt werden, sagte der Gewerkschaftssprecher zur Zielsetzung seiner Gewerkschaft.

Bei der Standortentscheidung für die nächste Modellgeneration des Opel Vectra und Saab 9-3 gehe es nicht um die Aufgabe eines Werkes, sagte Opel-Sprecher Ulrich Weber am Freitag.

Rüsselsheim mit Standortvorteil im Vergleich zu Schweden

Am Donnerstag waren Pläne des amerikanischen Automobilkonzerns bekannt geworden, eines der europäischen Werke in Rüsselsheim oder im schwedischen Trollhättan komplett zu schließen.

Die schwedische Metallarbeitergewerkschaft hatte wegen der möglicherweise drohenden Schließung des Saab-Werks in Trollhättan Alarm geschlagen. Das Werk im Südwesten Schwedens, wo derzeit 6.300 Menschen beschäftigt sind, gilt als veraltet und wegen seiner zu hohen Kosten als besonders gefährdet.

In dem wesentlich moderneren Opel-Werk in Rüsselsheim arbeiten 5.500 Beschäftigte. Beide Werke sind derzeit nicht ausgelastet; General Motors leidet in Europa seit langem unter Überkapazitäten. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hält eine Übernahme der Saab-Produktion in Rüsselsheim für leicht umsetzbar, gibt jedoch zu bedenken, daß die Arbeitsstunde in Deutschland erheblich höher sei als in Schweden. Die Autos aus Rüsselsheim würden damit knapp fünf Prozent teurer als die aus Trollhättan. Auch dies sei für GM bei der Standortentscheidung zu berücksichtigen.Autoexperte: „Ein Werk zuviel in Europa“

Opel-Betriebsratschef Franz hält sich laut IG Metall derzeit bei den Kollegen in Schweden auf. Franz sprach sich gegen Pläne aus, einen der europäischen Produktionsstandorte in Rüsselsheim oder im schwedischen Trollhättan komplett zu schließen. Für den Verlierer im Standortwettbewerb müsse ein Ausgleich gefunden werden, forderte der Betriebsratschef. Eine Entscheidung werde der amerikanische Konzern voraussichtlich im nächsten Frühjahr treffen, sagte ein Saab-Sprecher.

Hessischer Ministerpräsident für Erhalt des Standorts Rüsselsheim

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat den Erhalt des Opel-Standortes in Rüsselsheim gefordert. Die Planungen des Automobilkonzerns GM, die nächste Generation der Mittelklassemodelle von Opel und Saab an nur noch einem Standort in Europa zu produzieren, dürften das moderne Werk in Rüsselsheim nicht in Gefahr bringen, erklärte Koch am Freitag in Wiesbaden. „Die hessische Landesregierung und ich persönlich treten gemeinsam mit den Arbeitnehmern dafür ein, den Standort zu sichern.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP, dpa, Dow Jones-VWD
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