Der Münchener Autobauer BMW rechnet nach einem leichten Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr für 2004 mit einem „Rekordergebnis“ vor Steuern. “Wir streben einen neuen Spitzenwert beim Ergebnis an, der auch über dem Rekordwert von 2002 liegen soll“, teilte der Vorstandsvorsitzende Helmut Panke am Mittwoch in München mit. Damals hatte der Automobilhersteller vor Steuern 3,297 Milliarden Euro verdient.
Der Konzern bekräftigte zudem das Ziel, im laufenden Jahr den Absatz bei allen drei Marken - BMW, Mini und Rolls Royce - im Vergleich zum Vorjahr zu steigern und damit neue Bestmarken zu erreichen. Mit der Modelloffensive habe das Unternehmen die Basis „für profitables Wachstum in der Zukunft gelegt.
Absatzrekord im laufenden Monat angepeilt
In diesem Monat rechnet BMW mit einem neuen Absatzrekord, sagte BMW-Chef Panke am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in München. Im Januar hatte der Konzern noch deutlich unter dem Vorjahreswert gelegen. Mit der Modelloffensive habe das Unternehmen die Basis „für profitables Wachstum in der Zukunft gelegt.
Zahlreiche neue Modelle
„2004 ist das Jahr der neuen Modelle. Die BMW Group ist damit in allen elevanten Marktsegmenten vertreten“, betonte Panke. Zum Jahreswechsel gingen der Geländewagen X3 und das 6er Coupe an den Start, im Herbst soll dann die 1er Reihe folgen. Darüber hinaus wird beim neuen 5er demnächst der Touring sowie beim Mini die Cabrio-Variante auf den Markt kommen. „Wir werden in diesem Jahr beginnen, die ersten Früchte unserer Modelloffensive zu ernten“, sagte Panke.
Panke kündigte an, auch 2004 zusätzliche Stellen zu schaffen, nachdem die Zahl der BMW-Beschäftigten im vergangenen Jahr weltweit um 2,9 Prozent auf 104.000 geklettert war.
Entwicklungskosten und Rückstellungen
Neben den Kosten für die Entwicklung und den Anlauf neuer Modelle wurde der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr auch durch Rückstellungen von 110 Millionen Euro gedrückt, die der Automobilhersteller wegen Gesetzesänderungen zur Altersteilzeit bilden mußte. Darüber hinaus hatte die gesetzliche Neuregelung zur Behandlung von bestehenden Körperschaftssteuerguthaben eine außerordentliche steuerliche Mehrbelastung von 50 Millionen Euro zur Folge.
Das Ergebnis vor Steuern ging - wie bereits in der Vorwoche berichtet - um 2,8 Prozent auf 3,205 Milliarden Euro und das Nettoergebnis um 3,6 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz sank wegen des schwachen Dollar um 2,1 Prozent auf 41,52 Milliarden Euro. Der Absatz kletterte dagegen um 4,5 Prozent auf insgesamt 1,104 Millionen Fahrzeuge.
Mit Blick auf mögliche negative Währungseffekte sagte Finanzvorstand Stefan Krause, das Unternehmen habe für 2004 und 2005 “bereits strategische Währungssicherungen in größerem Umfang“ vorgenommen. Nach früheren Angaben ist BMW für das laufende Geschäftsjahr zu zwei Drittel gegen Währungsschwankungen gesichert.
Den Ausbau der Kapazitäten in den Vereinigten Staaten, wo BMW bereits in Spartanburg ein Werk hat, schloß Krause nicht grundsätzlich aus. „Aktuell besteht jedoch kein Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten", sagte er und verwies auf das derzeit im Bau befindliche Leipziger Werk.