04.10.2004 · Opel, Volkswagen und Co. klagen über schwache Verkaufszahlen. Nun reagiert die Branche der Automobilhersteller auch in Deutschland verstärkt mit Rabatten. Allen voran VW wirbt mit Nachlässen.
Auch in Deutschland buhlen die Automobilhersteller nach amerikanischem Vorbild zunehmend um ihre Kundschaft. Mit Sonderaktionen und Preisrabatten drehen Autohersteller zum Schlußquartal des Jahres noch einmal richtig auf, um den sinkenden Absatz anzukurbeln. Seit Anfang Oktober haben Europas größter Autobauer Volkswagen und sein Hauptkonkurrent Opel die Rabattaktionen noch ausgeweitet. VW will jetzt Führerscheinneulinge mit Kaufgutschriften von 1.000 Euro locken.
Während es bei Opel seit dem 1. Oktober Rabatte für Extras bei Sondermodellen gibt, will Volkswagen vor allem den neuen Golf mit Preissenkungen auf die Erfolgsspur bringen. Die Preise für Extras wurden gesenkt. Seit Anfang des Monats gibt es zudem ein Angebotspaket aus Klimaanlage und Radio für 750 Euro. Bislang mußten dafür 1745 Euro gezahlt werden. Opel senkte die Preise für Sonderausstattungen um bis zu 4.000 Euro.
Rabatte für kaufwillige Neulinge
Um vor allem jungen Autofahrern den Kauf eines Neuwagens schmackhaft zu machen, plant Volkswagen zwei Aktionen, die in der kommenden Woche vorgestellt werden sollen. So bekommt, wer einen frisch erworbenen Führerschein vorlegen kann, für fast alle Modelle eine 1000-Euro-Gutschrift. Ausgenommen seien die Modelle Phaeton, Touareg und Nutzfahrzeuge, sagte ein VW-Sprecher am Sonntag.
Für Fahranfänger hat VW noch ein weiteres Angebot aufgelegt: Wer sechs Monate nach der Führerscheinprüfung acht Wochen lang an einem freiwilligen Fortbildungsseminar teilnimmt, erhält dafür einen Gutschein über 250 Euro.
Autokauf und Seminar-Teilnahme sollten mit einer Eingruppierung in einer günstigeren Schadensklasse bei der Kraftfahrzeugversicherung über die VW-Versicherungstochter VVD belohnt werden.
Kampfansage der Japaner akzeptieren und das „Messer zwischen die Zähne nehmen“
Doch Autohändler beobachten die Rabattpolitik der Hersteller mit kritischem Blick. Nach einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Forschungsstelle Automobilwirtschaft sind viele Händler unzufrieden, vor allem auch weil zu viele Neuwagenmodelle den Markt drückten.
Die deutschen Autobauer müßten „das Messer zwischen die Zähne nehmen“ und kämpfen. Wenn die Unternehmen die Kampfansage der japanischen Konkurrenz akzeptierten, hätten sie gute Chancen, im internationalen Wettbewerb zu bestehen, sagte Ex-Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt dem „Tagesspiegel“. Eckrodt war Ende April als Reaktion auf die Weigerung der Daimler-Chrysler-Konzernspitze, dem Partner Mitsubishi frisches Geld zu geben, in den Ruhestand gegangen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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