07.01.2004 · Der größte Automobilhersteller der Welt nimmt sich für das laufende Jahr eine Steigerung seines Marktanteils in Amerika vor. Mit einem Abflauen des Preiskampfes rechnet das Unternehmen nicht.
General Motors (GM) Corp., Detroit. Der größte Automobilhersteller der Welt nimmt sich für das laufende Jahr eine Steigerung seines Marktanteils in Amerika vor. Im gerade abgelaufenen Jahr ging der Anteil von GM auf dem Heimatmarkt von 28,3 auf rund 28,0 Prozent zurück. GM war sehr schwach in das vergangene Jahr gestartet und hat sich erst im weiteren Verlauf erholt. Eine genaue Prognose wollte Chairman und Chief Executive Officer Rick Wagoner im Gespräch mit Journalisten aber nicht abgeben: "Damit liege ich jedesmal daneben", sagte er. Wagoner ließ aber keinen Zweifel daran, daß er im laufenden Jahr an seiner aggressiven Verkaufsstrategie festhalten will. Das bedeutet auch weiterhin hohe Rabatte und großzügige Finanzierungsinstrumente für die Verbraucher.
Auch branchenweit rechnet er nicht mit einem Abflauen des Preiskampfes, selbst wenn sich die konjunkturelle Entwicklung weiter verbessert. Im vergangenen Jahr hat GM nach Angaben von Wagoner im Schnitt für jedes Auto in Amerika ein Anreizpaket von 4000 Dollar gegeben. Er weist allerdings darauf hin, daß der durchschnittliche Verkaufspreis für Autos aus dem GM-Konzern in den Vereinigten Staaten noch immer so hoch sei wie nirgends sonst in der Welt und tendenziell sogar steige. Viele Kunden entschieden sich angesichts der Rabatte für Autos aus höheren Listenpreisklassen als zunächst geplant.
Gewinne aus dem Autogeschäft sind unbefriedigend
GM hat den Preiskampf auf dem amerikanischen Markt maßgeblich angeheizt. Nach den Terroranschlägen im September 2001 gab das Unternehmen großzügige Verkaufsanreize, um einen befürchteten Nachfrageeinbruch zu verhindern. Seither ist das Rabattniveau stetig gewachsen, getrieben vor allem von den amerikanischen Herstellern. Wagoner sagt, GM sei mit der Rabattstrategie gut gefahren, man habe aber auch keine andere Wahl: "Wir brauchen Absatzvolumen, weil wir Bargeld brauchen, um die großen Fixkostenblöcke decken zu können", sagt er.
Finanzvorstand John Devine räumt gleichwohl ein, daß die Gewinne aus dem Autogeschäft unbefriedigend sind. So hat GM im dritten Quartal 2003 mit dem Verkauf von Autos kaum Geld verdient. Der Nettogewinn von 425 Millionen Dollar war vor allem der Finanzdienstleistungssparte GMAC zu verdanken. Im Europa-Geschäft, das im vergangenen Jahr Verluste ausgewiesen hat, hält Wagoner im Jahr 2004 eine Rückkehr in die Gewinnzone für machbar und hofft auf eine bessere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Eine separate Aussage für die deutsche Tochtergesellschaft Opel wollte er nicht abgeben. Opel ist im zweiten Halbjahr 2003 wieder tief in die Verlustzone gerutscht. "Der deutsche Markt hat sich nicht so schnell erholt, wie wir gehofft hatten", sagt Wagoner.
Japaner von schlechter Qualität amerikanischer Autos profitiert
Mit Blick auf die Offensive japanischer Hersteller bei Transportautos wie Pick-up-Trucks oder Sport-Utility-Vehicles (SUV) zeigt sich GM gelassen. Der für die Produktentwicklung zuständige Vice Chairman Bob Lutz meint, die amerikanischen Hersteller seien in diesem Bereich nicht so angreifbar, wie sie es in den vergangenen Jahren bei Personenautos gewesen seien. Die Japaner hätten von der schlechten Qualität amerikanischer Autos profitiert und den einheimischen Herstellern deshalb Marktanteile abgenommen. Bei den Trucks stelle sich dieses Problem nicht. Dies sei von Anfang an ein Spezialgebiet der Amerikaner gewesen, und die amerikanischen Produkte würden als qualitativ hochwertig wahrgenommen.
Sehr zufrieden zeigt sich GM mit der Entwicklung der Edelmarke Cadillac, deren Wiederbelebung das Unternehmen in jüngster Zeit mit neuen Modellen vorangetrieben hat. Im vergangenen Jahr stieg der Cadillac-Absatz um mehr als 8 Prozent auf 216 000 Einheiten. Finanzchef Devine hält für Cadillac künftig auch einen Absatz von 300 000 Stück für möglich. Die Ziele für die Wiederbelebung der Marke Corvette, die mit der Vorstellung eines neuen Modells auf der Messe gestartet ist, sind bescheidener. Hier liegen die geplanten Stückzahlen bei 35 000 bis 40 000.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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