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Automobile Daimler steckt weitere Milliarden in Mitsubishi

13.04.2004 ·  Daimler-Chrysler wird seine 37-Prozent-Beteiligung an Mitsubishi frühestens im April 2005 auf mehr als 50 Prozent ausbauen. Das verlautet aus Kreisen der japanischen Unternehmensgruppe.

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Daimler-Chrysler will insgesamt 400 Milliarden Yen (3,2 Milliarden Euro) in Mitsubishi Motors (MMC) investieren, um den angeschlagenen japanischen Automobilhersteller zu retten und die Kontrolle zu übernehmen. Das verlautete aus informierten Kreisen.

Aus Unternehmenskreisen in Tokio hieß es am Dienstag, Daimler-Chrysler werde frühestens mit Beginn des neuen Geschäftsjahres im April 2005 seinen Anteil an MMC von 37 auf mehr als 50 Prozent erhöhen. Dafür hat Daimler-Chrysler 150 Milliarden Yen vorgesehen, berichteten Führungskräfte, die nicht namentlich genannt werden wollen. Zum Rettungsplan, auf den sich Daimler-Chrysler mit der Mitsubishi-Gruppe geeinigt hat, wird der weltweit fünftgrößte Autobauer dieses Jahr 250 Milliarden Yen beisteuern.

Mehrheit erleichtert Rettungsaktion

Eine Mehrheitsbeteiligung an Mitsubishi Motors erleichtert die Rettungsaktion. Daimler-Chrysler will Werke schließen, unpopuläre Modelle stoppen und Design-Synergien ausschöpfen. Wird Mitsubishi Motors erst in zwei Jahren eine Tochtergesellschaft, hat das den Vorteil, daß Schulden von 1,14 Billionen Yen nicht bei Daimler-Chrysler verbucht werden. Denn im laufenden Geschäftsjahr werde der japanische Autohersteller voraussichtlich hohe Umstrukturierungskosten verbuchen und erneut einen Netto-Verlust ausweisen.

Prinzipiell sei die Aufstockung eine Möglichkeit, bekräftigte ein Daimler-Chrysler-Sprecher am Dienstag frühere Aussagen des deutsch-amerikanischen Konzerns. Bedingungen für diesen Schritt blieben aber nach wie vor der Abbau der Milliardenschulden und eine angemessene Profitabilität bei Mitsubishi Motors. Der Sanierungsplan sei noch nicht fertig. Analysten halten eine Mehrheitsübernahme von Daimler im Frühjahr 2005 für zu früh.

„Die Konsolidierung von Mitsubishi Motors zeigt, daß Daimler-Chrysler mehr Verantwortung übernimmt und Pläne effizienter umsetzen kann", sagte Teruhisa Ishikawa, Vermögensverwalter bei Mizuho Investors Securities. Der Umsatzeinbruch in Amerika und kostspielige Rückrufaktionen haben den japanischen Autobauer ausgebremst. Er schreibt weder in den Vereinigten Staaten noch in Japan, den beiden größten Automobilmärkten, schwarze Zahlen.

Unterschiedliche Börsenreaktionen

An der Börse in Tokio wurden die Aussichten auf eine Trendwende begrüßt. Der Kurs von Mitsubishi Motors stieg 2,2 Prozent auf 329 Yen. In der Spitze hatte die Aktie 8,7 Prozent an Wert gewonnen. Daimler-Chrysler verteuerten sich bis zu 1,3 Prozent auf 34,43 Euro. Anders in Deutschland: Dort fielen die Papiere von Daimler-Chrysler am Dienstag bis zum Mittag um 0,7 Prozent auf 33,77 Euro, während der Dax 1,5 Prozent gewann und alle anderen Autoaktien im Plus lagen.

In der vergangenen Woche hatte es aus Kreisen noch geheißen, zur Sanierung von MMC benötige Daimler-Chrysler rund 700 Milliarden Yen. Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hatte sich auf den Hauptversammlung in Berlin noch sehr zurückhaltend zur Rettung von Mitsubishi geäußert. Ein Management-Team um Smart-Chef Andreas Renschler arbeitet derzeit an einem Sanierungsplan für Mitsubishi Motors, das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 (zum 31. März) mit erwarteten 72 Milliarden Yen einen größeren Nettoverlust verbucht hat als geplant. Der Plan soll am 30. April vorgestellt werden.

An diesem Tag werden die Aktionäre von Mitsubishi Motors über eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 5,9 Milliarden Vorzugs- und Stammaktien abstimmen, das entspricht dem Vierfachen der umlaufenden Aktien. Der Erlös soll in die Rettungsaktion fließen. Ferner wird sich Mitsubishi Motors 150 Mrd. Yen von Banken leihen, darunter Development Bank of Japan und Deutsche Bank. "Bei der Wiederbelebung von Mitsubishi Motors geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung", gab Yasuhiro Matsumoto, Kreditanalyst bei BNP Paribas Securities in Tokio, zu bedenken. "Viel interessanter ist die Frage, welcher Bereich von Mitsubishi Motors gefördert werden soll."

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Fremder Leute Kinder

Von Heike Göbel

Eine Debatte, die das Land in Eltern und Kinderlose spaltet, braucht niemand. In der DDR konnten Paare staatliche Wohnungskredite durch Kinder abstottern. Das ist kein Vorbild für eine freiheitliche Gesellschaft. Mehr 2 11

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